228 Quecksilber.
Silber und reinen Schwefel anzuwenden, und den freienSchwefel abzudampfen, welcher sich sonst während derSublimation im Zinnober mit einmischt und seine Farbeverdirbt. Ich habe angeführt, dal's diese Verbindung inder Natur gebildet vorkommt. Man findet sie bisweilenvon einer aufserordentlichen Schönheit. In Almaden, inSpanien wird der krystallisirte und reine Zinnober fürsich eingesammelt, um als Malerfarbe angewandt zu wer-den, und ist von Siegellackfabrikanten besonders gesucht.Nach Sefströms Versuchen besteht der Zinnober aus13,71 Th. Schwefel und 86,29 Th. Quecksilber, oder100 Th. Metall nehmen 15,9 Th. Schwefel auf. Manfindet, dafs der Niederschlag, welchen man erhält, wenneine Auflösung von Quecksilberchlorid mit einem Stromvon Schwefelwasserstoffgas zersetzt wird, von gleicherZusammensetzung wie der Zinnober sein mufs. DieserNiederschlag ist schwarz, voluminös, pulverförmig, undgleicht, dem Ansehen nach, dem Zinnober nicht im ge-ringsten. Bei der Sublimation giebt er jedoch Zinnober,ganz so wie die schwarze Masse, welche man durch dieZusammenschmelzung des Quecksilbers und des Schwefelserhält, und als sie durch Mennige zersetzt wurde, fandSefström darin dieselbe Quantität Schwefel und Queck-silber, wie im Zinnober, ohne eine bemerkbare Spur vonWasserstoff. Man sieht also, dafs hier die Farbe gänzlichvon der Aggregation der Theile abhängt, und obgleiches scheinen könnte, als wäre die Sublimation eine noth-wendige Bedingung zur Entstehung der rothen Farbe, sohat man doch mehrere Methoden, sie auf dem nassenWege hervorzubringen. Die sicherste ist, nach Kirch-hof, folgende: 300 Th. Quecksilber werden in einemMörser von Porzellan mit 6S Th. Schwefel gerieben, wel-ches mit. etwas kaustischem Kali angefeuchtet ist, bis dasQuecksilber geschwefelt wird. Es werden darauf 160 Th.in eben so viel Wasser aufgelöstes Kali zugesetzt, unddie Masse, unter stetem Umrühren, über der Flammeeiner Lampe während zwei Stunden erhitzt, wobei dasabdampfende Wasser wieder durch neues ersetzt wird.