171
Reinigung des Platins.
Doppelsalz von Rhodium und Natrium unaufgelöst zu-rückläfst, dessen Behandlung ich beim Rhodium anführenwerde.
Descotils hat eine andere Methode zum Ausziehendes Platins aus dem Erze angegeben. Man setzt 1 TheilPlatinsand zu 4 Theilen geschmolzenem Zink, wobei beidesich verbinden, während dafs sich das Gemenge erhitzt.Die zusammengeschmolzene spröde Metallmasse wird zumfeinen Pulver gerieben, worauf das Zink mit verdünn-ter Schwefelsäure ausgezogen wird. Es läfst dann dasPlatin in einem porösen Zustande zurück, wobei es vomKönigswasser leicht angegriffen, und aus welchem es aufvorher angeführte Art niedergeschlagen wird. Der Zweckbei dieser Methode ist, die tbeuren Säuren, Salpetersäureund ChlorwasserstofFsäure, zu ersparen, die sonst in sogroßer Menge gegen das Platinerz angewandt werdenmüssen; Descotils Operation hat jedoch das Unvortheil-hafte, dafs mehr Iridium in die Auflösung eingeht.
Der Platinsalmiak ist in seinem reinen Zustande schöncitronengelb, ohne im geringsten in’s Ziegelfarbige zuspielen, welches die Anwesenheit einer geringen Portionvon Iridium oder Palladium anzeigt. Man erhält das Me-tall daraus durch Glühen in einer Retorte, wobei dasSalz zerlegt wird, aber bei welcher Operation die Dämpfedes Salmiaks eine Portion Platinsalz mitführen, welchesim Hals der Retorte und in der Vorlage gesammelt wer-den kann. Das Metall bleibt in der Retorte als eineschwammige, weiche, zusammenhängende, graue Massezurück, die in der Berührung mit dem Glase ein silber-glänzendes, ziemlich dickes Metallhäutchen bildet. Ausdem Doppelsalze mit Chlornatrium erhält man auch re-ducirtes Platin, aber es fordert einen weit heftigerenFeuersgrad, und bleibt grofsen Theils bei einer schwä-cheren Glühhitze unverändert. Man thut am besten, esmit Salmiak su fällen.
Das erhaltene Metall ist jedoch nicht in zusammen-hängender Masse, und es ist noch nicht gelungen, es fürsich anders zusammenzuschmelzen, als im Focus grolser