Stande zu erhalten, ohne dafs zugleich ein Theil davonreducirt wird, war die Ursache, dafs die Chemiker dieZusammensetzung desselben verschieden angegeben haben.Ich habe gefunden, dafs es 10,77 Procent Sauerstoff ent-hält, und dafs das Gold darin 3 mal so viel Sauerstoff,als im Oxydul aufnimmt. Die genaue Analyse des Gold-oxyds ist sonst eine sehr schwere Aufgabe. Der Sauer-stoffgehalt ist durch die Quantität Quecksilber und Phos-phor, die zur Reduction einer gewissen Menge Gold nö-thig sind, bestimmt worden.
Ehe ich die Oxyde des Goldes verlasse, werde ichnoch etwas von der wahrscheinlichen Existenz eines pur-purrothen Goldoxyds zwischen dem Oxyd und dem Oxy-dul anführen, welches sowohl im Goldpurpur gebil-det wird, als auch wenn Goldsalze mit animalischenoder vegetabilischen Stoffen behandelt werden. Wenneine Goldauflösung die Haut, Haare, Nägel oder ähnlicheTheile trifft, so werden diese mit einer intensiven Pur-purfarbe davon gefärbt, die nicht metallisches Gold ist,denn sie ist auf dem durchsichtigen Häutchen durchsich-tig; dasselbe geschieht, wenn eine Goldauflösung durchPapier geseihet wird. Dieses wird davon hell purpurroth;und wenn es, angefeuchtet, der Einwirkung von Phos-phorwasserstoffgas ausgesetzt wird, so reducirt sich dasGold und wird metallisch. Wenn man eine Goldauflö-sung mit verschiedenen Pflanzenfarben mischt, so werdensie davon niedergeschlagen; der Niederschlag enthält daspurpurfarbige Oxyd, und kann von Chlorwasserstoffsäurenicht zersetzt werden. Oberkampf fand, dafs wennman durch eine Auflösung von Goldchlorid Wasserstoff-gas lange leitet, sich die Farbe derselben von Gelb zuschön Purpurroth, ohne Niederschlag, verändert. Wirddie rothe Auflösung erhitzt, so setzt sich metallisches Golddaraus ab, und sie wird gelb. Da der Niederschlag desGoldpurpurs deutlich zeigt, dafs das Gold sich nicht alsOxyd darin befinden kann, so mufs es bis zu einem ge-wissen Grade reducirt sein; und da es weder darin, nochin anderen purpurfarbigen Niederschlägen von Säuren an-