Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
155
Einzelbild herunterladen
 

Goldpurpur. 155

das Zinnoxydul beim Glühen die ganze Quantität Sauer-stoff, welche das Goldoxyd abgiebt, aufnehmen kann.Der Goldpurpur ist zugleich ein Hydrat, denn er behältbei -f-100°, und einige Grade darüber, sein Wasser un-verändert. Er enthält aufserdem eine Quantität mecha-nisch eingemischtes Zinnoxyd, welches auf Kosten der, imVerdOnnungswasser befindlichen, atmosphärischen Luft ge-bildet, und vom Wasser aus der Auflösung gefällt wor-den ist. Dafs der Goldpurpur weder metallisches Gold,noch Goldoxyd enthält, findet man daraus, dafs er inkaustischem Ammoniak aufgelöst wird, welches das ein-gemengte Metall unaufgelöst lassen, oder mit dem Gold-oxyd Knallgold bilden würde. Die Ammoniakauflösungist eine dunkelrothe Flüssigkeit, aus welcher der Purpursich bei freiwilliger Verdunstung des Ammoniaks als eineGallerte niederschlägt. Das Gold wird vom Königswasseraus dem geglüheten Goldpurpur ausgezogen, und das Zinn-oxyd bleibt unaufgelöst zurück. Der feuchte Goldpurpurwird im Kochen mit Chlorwasserstoffsäure zersetzt, dieZinnoxyd auflöst und Gold zurückläfst. Der geglühtePurpur wird nicht davon angegriffen, weil das Zinnoxydnach dem Glühen in Säuren unauflöslich ist. Ich habeden Goldpurpur aus 64 Th. Zinnoxyd, 28,35 Th. Goldund 7,65 Th. Wasser zusammengesetzt gefunden. Wäredas Gold darin zum Oxyd oxydirt gewesen, so hätte dasZinnoxydul gerade die ganze Menge des im Goldoxydenthaltenen Sauerstoffs nötbig gehabt, um im Maximumoxydirt zu werden. Jedoch scheint die Bereitungsart desGoldpurpurs zu erkennen zu geben, dafs das Gold darinweniger oxydirt, als im Oxyd sein mufs. Andere habenseine Zusammensetzung anders gefunden; Proust giebt76 Th. Zinnoxyd und 24 Th. metallisches Gold als darinenthalten an, und Oberkampf fand im dunkleren Gold-purpur 60,18 Th. Zinnoxyd und 39,82 Th. Gold, undin dem helleren 20,5S Th. Zinnoxyd auf 79,42 Th. Gold,welche Verschiedenheiten sichtbarlich davon herrühren,dafs die chemische Verbindung, die den Goldpurpur aus-macht, mit Zinnoxyd gemengt ist.

Die Schwierigkeit, das Goldoxyd im isolirten Zu-