Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
130
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9. Titan.

Dieses Metall kommt im Urgebirge vor, und dieOxyde desselben bilden mehrere Arten von Mineralien,nämlich Rutil, Anatas, Menachanit, Nigrin, Iserin u. s. w.Man trifft es in mehreren europäischen Ländern, auch inSchweden, z. B. bei Käringbricka in Westmanland, an,w r o das Titanoxyd beinahe rein, zufälligerweise von Chrom-oxydul verunreinigt, vorkommt.

Das Titan wurde im Jahre 179 L von einem engli-schen Geistlichen, W. Gregor, entdeckt, als er einenschwarzen, Schiefspulver ähnlichen Sand von Menachanuntersuchte. Er nannte das Fossil Menachanit, undden neugefundenen Körper Menachin. Als Klaprothim Jahr 1794 den rothen Titanschörl (Rutil) untersuchte,fand er, dafs dieser aus einem unbekannten Metalloxydbestand, dessen Radikal er den Namen Titaniwn gab.Bei der genaueren Untersuchung von Gregors Arbeit,fand man nachher, dafs Klaproths neues Metall ganzdasselbe wie Menachin war.

Man erhält Titan im reducirten Zustande, wenn Ti-tansänre, mit i Kohlenpulver gemischt, in einen Tiegeleingelegt, und mit gestofsenem Glase bedeckt wird, wor-auf man den auf die gewöhnliche Art verkitteten Tiegelder gröbsten Hitze, die man nur hervorbringen kann, aus-setzt. Das reducirte Titan ist im höchsten Grade schwerzum Schmelzen zu bringen; man erhält es meistens alsglänzende, kupferrothe, krystallinische Masse. Das ge-wonnene Titan ist aufserordentlich hart, ritzt Glas undStahl, sogar Achat, ist in allen Säuren, mit Ausnahme dermit Salpetersäure vermischten Fluorwasserstoffsäure, un-auflöslich, und läfst sich nur mittelst des Salpeters imFeuer oxydiren, wobei keine Detonation erfolgt, sondernwelches langsam geschieht, während sich das Stickstoffoxyd-gas mit Aufbrausen aus der geschmolzenen Masse entbindet.

Unsere Kenntnisse von diesem Körper sind durcheinen Zufall sehr bereichert worden. Man fand im Laufedes Jahres 1822 bei dem Eisenwerke zu Mertbyr Tydwill,in England, in der am Bodenstein eines Hohofens sitzen-den Eisenschlacke kleine rothe, glänzende, cubische Kry-