abgedampft und gelinde geglüht wird. Schlägt man esaus der Auflösung mit einem Alkali nieder, so verbindetes sich mit einem Antheil des Fällungsmittels. Das nie-dergeschlagene Telluroxyd ist weifs, pulverförmig. Dasgeschmolzene ist farblos, klar, aber nach dem Erkaltenstrohgelb und hat einen strahligen, krystallinischen Bruch.Geglüht verflüchtigt es sich leicht. In dieser Hinsichtgleicht es dem Antimonoxyd, aber dieses ist flüchtiger,und wenn bei Löthrohrversuchen die Stelle, woran sichdas Oxyd abgesetzt hat, auf’s Neue erhitzt wird, so ver-fliegt das Antimonoxyd und läfst den Flecken leer, aberdas Telluroxyd bildet kleine, farblose Tropfen, die nurerst bei einer noch höheren Temperatur verfliegen. Mankann sie auch daran unterscheiden, dafs der vom Antimonauf der Kohle gemachte Beschlag mit einer bläulichen,oder mit keiner Farbe in der reducirenden Flamme ver-schwindet, da das Telluroxyd im Gegentheil den Kantender Flamme eine sehr schöne grüne Farbe mittheilt.
Das Telluroxyd hat die doppelte Eigenschaft, mitden Salzbasen Salze als Säure, und mit den Säuren alsBase zu bilden. Es enthält 19,87 Procent Sauerstoff, undseine Sättigungscapacität als Säure ist die Hälfte seinesSauerstoffgehalts, oder 9,985. Tellursaure Salze erhältman, wenn das Telluroxyd mit Alkali behandelt wird,und nachher aus dieser Verbindung durch doppelte Zer-setzung. Sie sind bisher beinahe gar nicht untersucht.
Teil ur wasscr Stoff.
Das Tellur verbindet sich in zwei Verhältnissen mitdem Wasserstoff. Ritter entdeckte zuerst diese Verbin-dungen, und Davy hat nachher unsere Kenntnisse davonerweitert. Wenn man bei der Zersetzung einer Flüssig-keit in der elektrischen Säule sich des Tellurs zum Leiteram negativen Pole bedient, so färbt sich die Flüssigkeitpurpurroth, und es setzt sich allmählich ein braunes Pubver ab, welches Tellurwasserstoff im Maximumvon Tellurgehalt ist. Schmilzt man Tellur mit Zinn oderZink zusammen und übergiefst das Gemenge mit Salz-