Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

112

Antimon.

Kaliumantimon. Das Antimon verbindet sichleicht mit Kalium und Natrium lunter Verbrennungs-Er-scheinung, ungefähr bei dem Schmelzpunkte des An-timons. Die Verbindung ist spröde, schmilzt erst in derGlühhitze, und wird, mit Rückstand von Antimon, in derLuft und im Wasser zersetzt. Man erhält, nach Vau-quelins Versuchen, diese Legirung sehr leicht, wennz. B. gleiche Theile saures weinsaures Kali und reinesSchwefelantimon, oder am besten Antimonmetall, genaugemischt und in einem bedeckten Tiegel eine halbe Stunde,bis zur völligen Weifsglühhitze, erhitzt werden. Man er-hält dann nach dem Erkalten der Masse am Boden desTiegels einen Regulus, welcher, in Wasser gelegt, Was-serstoffgas entwickelt, Kali dem Wasser abgiebt und dasAntimon zurückläfst. Man erhält es mit Natrium, wennderselbe Versuch mit saurem weinsauren Natron und An-timon gemacht wird. Nach Serullas Versuchen wer-den diese Verbindungen sogar von kohlensaurem Kali oderNatron, Kohlenpulver und Antimon erhalten. Je weni-ger Antimon man nimmt, um so reicher werden sie anKalium und Natrium. Serullas hat mit diesem Antimon-kalium Kupfer und Silber eingeschmolzen, deren Gegen-wart die Reduction des Kaliums nicht verhindern. Wirddie erhaltene Masse zu einem feinen Pulver gerieben undauf ein Papier gelegt, so erhitzt sie sich und wird baldglühend. Sie wird am besten unter Steinöl aufbewahrt,denn das Kalium wird in der Luft oxydirt. Setzt manbei ihrer Bereitung einen Ueberschufs von Kohle zu, soerhält man eine pulverförmige Masse, die noch leichtersich von selbst entzündet, als die geschmolzene Legirung.Nach Serullas bekömmt man einen Pyrophor, wennman Brechweinstein mit 2 Procent Kohle genau mischtund in einem lutirten Tiegel einer zweistündigen heftigenWeifsglühhitze aussetzt. Man läist die Masse im Tiegelerkalten, und wenn man sie nachher aus dem Tiegel her-ausnimmt, so entzündet sie sich und brennt mit Funken-sprühen. Oft geschieht es, dafs wenn dieser Pyrophor,

sprü-