Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
77
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Blaues Molybdänoxyd. 77

lybdänsäure bildet farblose, durchsichtige Blätter oderSchuppen.

Die Molybdänsäure ist in geringem Grade in Wasserauflöslich, welches davon die Eigenschaft erhält, Lackmuszu röthen und schwach metallisch zu schmecken. DasWasser nimmt indefs nicht mehr als seines Gewichtsdavon auf. Sie verbindet sich nicht chemisch mit Wasser;die Säure, welche sich aus Salpetersäure absetzt, wennMolybdän oder dessen Oxyd darin aufgelöst werden, ent-hält nur eine geringe Menge Feuchtigkeit, welche ihrnicht chemisch anzugehören scheint. Vor dem Glühen istsie in Säuren auflöslich, mit welchen sie eigene Verbin-dungen giebt, worin sie gewissermaafsen die Bolle einerBasis spielt. Diese Verbindungen sind im Uebrigen we-nig bekannt. Von saurem weinsauren Kali wird auchdie zuvor geschmolzene Säure durch Kochen mit Wasseraufgelöst.

Die Molybdänsäure besteht aus 66,613 Th. Metallund 33,387 Th. Sauerstoff, oder 100 Th. Metall nehmen50,12 Th. Sauerstoff auf, welches 3 mal so viel wie imOxydul und limal so viel wie im Oxyd ist. Die Sätti-gungscapacität dieser Säure ist theils f und theils -f ihresSauerstoffgehalts, d. h. entweder 11,129 oder 5,564. Letz-tere findet bei ihren neutralen Salzen mit Alkalien statt,in welchem Falle sie der Kohlensäure gleicht, welche mitden Erden ein anderes Neutralitäts-Verhältnifs hat, alsmit den Alkalien.

Blaues Molybdänoxyd. Bei verschiedenen Me-tallen findet der Umstand statt, dafs sich eine Oxyda-tionsstufe mit einem anderen Oxyd desselben Metallesverbinden kann, und die Verbindung scheint dann beiflüchtiger Betrachtung eine eigene Oxydationsstufe zu sein.Bucholz entdeckte, dafs wenn Molybdänmetall mit 2 Th.Molybdänsäure zusammengerieben und dann einige Zeitlang mit Wasser gekocht werde, eine blaue Auflösungentstehe, welche er als eine eigene Oxydationsstufe be-trachtete, und welcher er den Namen molybdänichte Säuregab, weil die blaue Auflösung das Lackmuspapier röthet,