Molybdänoxydul. 71
erforderlich. Das Molybdänoxydul behält dann die schup-pige Form der Säure bei, wird schwarz und sieht imSonnenlichte dunkel messinggelb aus. Wird es auf’s Fil-trum genommen und gewaschen, so wird es sogleichrothbraun oder dunkel purpurfarben und beim Trocknenblau. Diese schnelle Oxydation ist bemerkenswerth, dasich das durch Ammoniak gefällte Oxydul nur sehr lang-sam oxydirt. Vermuthlich rührt diefs daher, dafs dasReducirte die Form der Säure beibehält, wobei die durchden abgeschiedenen Sauerstoff entstandenen Räume offenstehen und dadurch eine schnellere Verbindung unter-stützen. Ein kleiner Theil des zu Oxydul Reducirten löstsich mit dem Zink in der zugesetzten Säure auf. — WirdMolybdänmetall mit einem gleichen Gewicht Molybdän-oxyd vermischt und in einem verschlossenen Gefäfse er-hitzt, so scheint das Gemenge völlig unverändert geblie-ben zu sein, und beide scheinen nicht auf einander zuwirken.
Das Molybdänoxydulhydrat ist in Säuren schwer auf-löslich. Die Auflösung ist fast schwarz und undurchsich-tig, wenn sie nicht sehr verdünnt ist, wo sie dann grau-braun ist. Sie schmeckt rein zusammenziehend, ohneMetallgeschmack, wenn sie zinkfrei ist. Wird das durchAmmoniak gefällte Molybdänoxydulhydrat im luftleerenRaume langsam erhitzt, so läfst es langsam sein Wasserentweichen; wird dann das übrigbleibende Oxydul, nach-dem alles Wasser völlig entwichen ist, im leeren Raumezum anfangenden Glühen erhitzt, so fängt es Feuer undzeigt eine lebhafte, funkelnde Verbrennung, worauf dasOxydul mit einer pechschwarzen Farbe zurückbleibt. Esist nun nicht mehr in Säuren auflöslich. An offener Lufterhitzt, entzündet es sich und verbrennt schwach mit Hin-terlassung von Molybdänoxyd. Das mit Zink reducirteOxydul bringt nicht diese Feuererscheinung hervor, wel-ches von dem Zinkoxyd herzurühren scheint, womit esverbunden ist, und welches das Ammoniak nicht auszu-ziehen vermag. Weder in kaustischem Alkali, noch inkohlensauren fixen Alkalien, ist das Oxydul auflöslich.