Arsenik-Vergiftung. 49
ausgeglüht hat, so dafs alle Feuchtigkeit daraus verjagtworden ist. Hierauf hält man die Röhre auf eine solcheArt horizontal in die Flamme einer Spirituslampe, daTs a,worin das Arsenikkorn liegt, außerhalb der Flamme bleibt.Wenn nun die Kohle bei b glüht, so wird auch a indie Flamme gebracht, wobei die arsenichte Säure in Gasverwandelt und während ihres Durchganges durch dieglühende Kohle reducirt wird. Das metallische Arsenikcondensirt sich in der schmalen Röhre gleich da, wo sieans der Flamme tritt, in Gestalt eines glänzenden, dun-kel metallischen Ringes, welcher durch gelinde Erhitzungnoch weiter vor getrieben und mehr angesammelt wer-den kann, wodurch er noch spiegelnder und heller wird.Man schneidet die Röhre vor der Stelle, wo das Metallsitzt, ab, und erhitzt sie dann, während man in einigemAbstande die Nase darüber hält, wobei sich der Arsenik-geruch stark und deutlich zu erkennen giebt. Diese Probekann mit so kleinen Mengen angestellt werden, dals einjedes Korn arsenichter Säure, wenn es nur so grofs ist,dafs es von der Stelle, wo es liegt, in die Röhre ge-bracht werden kann, hinreichend ist, um ein zuverlässi-ges Resultat zu geben.
Ist die Vergiftung mit Arseniksäure oder mit aufge-löster arsenichter Säure geschehen , oder ist das Gift sehrfein gepulvert gewesen, so ist das Aufsuchen der festenSäure ohne Erfolg. Man zerschneidet dann die Häute desMagens und legt sie in die Flüssigkeit, die man mit eini-gen Drachmen ätzendem Kali kocht, um alle arsenichteSäure, die sich vielleicht darin befinden möchte, aufzulö-sen. Die erhaltene Auflösung wird fillrirt, bis zum Ko-chen erhitzt, und unter fortwährendem Kochen mit Sal-petersäure gemischt, die man in kleinen Portionen zu-setzt, so lange sich etwas abscheidet, und bis die Flüs-sigkeit stark sauer und klar ist und eine hellgelbe Farbeerhalten hat. Sie wird dann bei Siedhitze filtrirt, nach-her beinahe, aber nicht völlig, mit kohlensaurem Kaligesättigt und bis zum Kochen erhitzt, um die Kohlen-säure zu verjagen; dann wird sie mit klarem Kalkwasser,II. 4