43
Arsenik.
das Arsenik eigentlich keinen Theil hat. Bei der Leichen-öffnung findet man das innere Häutchen des Magens ent-zündet, hie und da angefressen und zerstört; es ist jedochnicht ohne Beispiel, dafs es Arsenikvergiftungen gegebenhat, wobei keine inflammatorischen Zufälle sichtbar gewe-sen sind. Die Gefäfse des Gehirns sind mit Blut über-füllt, und nicht selten ist eins oder das andere davon ge-borsten, so dafs sich hier im Gehirn ganz dieselben Er-scheinungen wie beim Schlagflufs, obgleich in höheremGrade, zeigen. Da die Gesetze Leben für Leben fordern,so ist es nöthig, dafs alle diese Zeichen einer geschehenenVergiftung auch durch die wirkliche Anwesenheit des Gif-tes in dem Inhalte des Magens und. der Gedärme, oderin den Stoffen, deren sich der Kranke durch das Erbre-chen entledigt hat, bestätigt werde. Man sucht dann zu-erst die arsenichte Säure in fester Form auf, und entdecktsie dabei öfters in Gestalt feinerer oder gröberer, weifserKörner. Man untersucht, ob sich solche Körner in denContentis befinden, auf die Weise, dafs der ganze Inhaltdes Magens und der Gedärme in Wasser gelegt und da-mit angerührt werden, wo dann die Arsenikkörner eherals die anderen Substanzen zu Boden sinken und gesam-melt werden können. Man untersucht auch die innereHaut des Magens, besonders die am meisten inflammirtenStellen, ob sich keine Körner von arsenichter Säure daranfestgesetzt haben. Um zu erkennen, dafs diese Körnerauch gewifs arsenichte Säure sind, so ist keine Probe zu-verlässiger und leichter zu bewerkstelligen, als ihre Re-duction zu Metall. Man verfährt dabei auf die Weise, dafsman ein Stück Barometerröhre in eine feinere Röhre vondem Durchmesser einer dicken Stricknadel auszieht und
tt
/
ec
die feinere Röhre einige Zoll weit von der Ausziehungs-stelle zuschmilzt. In das zugeschmolzene Ende a bringtman dann ein Korn der auf arsenichte Säure verdächtigenSubstanz, und darauf schüttet man bis zu b Pulver vonKohle, welche man kurz zuvor in der Löthrohrflamme
aus-