30 Arsenik.
Es sind diese die Eigenschaften, welche bestimmensollen, zu welcher Klasse von Körpern Selen gezählt wer-den mufs, ob es unter die Metalle, oder mit Schwefelund Phosphor in die Klasse der brennbaren einfachen Kör-per, d. h. der Metalloide, aufgenommen werden soll.Es kann gleichgültig sein, zu welchen es gestellt werde,da die Gränze nicht mehr scharf ist, und Selen so vielvon den Eigenschaften beider hat, dafs es mit gleichemRechte zu der einen als zu der andern dieser Klassen ge-rechnet werden kann. Die Eigenschaften, welche manvorher als Hauptcharaktere der Metalle ansah, waren derGlanz und das specifische Gewicht. Von diesen hat dasletztere aufgehört, ein auszeichnendes Kennzeichen zusein, nachdem wir Metalle erhalten haben, die auf demWasser schwimmen. Der Glanz bleibt also allein übrig,und ich würde glauben, dafs, wenn Schwefel, Phosphorund Kohle Metallglanz hätten, man kein Bedenken tra-gen würde, sie unter die Metalle zu zählen. Da Selendiesen und im allgemeinen metallisches Ansehen in einemausgezeichneten Grade hat, und auf jedem Fall zu einerdieser Klassen gezählt werden mufs, so glaube ich, dafses vorzugsweise unter den elektronegativen Metallen auf-geführt werden kann, wo es einen Uebergang von Schwe-fel und Phosphor zu Arsenik ausmacht, und also die Reiheanfängt.
2. Arsenik. (Arsenicum.)
Das Arsenik kommt sehr häufig in der Natur vor,man findet es bisweilen in metallischer Form, aber öftersin Verbindung mit Schwefel oder mit anderen Metallen,oder auch oxydirt und mit Erden und Metalloxyden ver-bunden. Aus einigen Vulcanen wird es verflüchtigt undmit anderen vulcanischen Producten sublimirt. Das Ar-senik ist lange bekannt gewesen. Aristoteles erwähntseiner Verbindung mit Schwefel unter dem Namen Sand-arak, und Dioscorides bediente sich schon des NamensArsenicum. Paracelsus wufste, dais weifses Arsenik zueinem Metall reducirt werden konnte, und seit dem Ende