1038
Thermometer.
und der zur Rechten das Maximum von Wärme zeigt.Das Instrument mufs nach einem guten Thermometer gra-duirt, und die Grade auf beiden Schenkeln ungleich ge-macht werden, weil die Scale auf dem linken Schenkelnur die Zusammenziehung des Alkohols inifst; die aufdem rechten Schenkel dagegen mifst die gemeinschaftlicheAusdehnung des Weingeistes und des Quecksilbers. Nachgemachter Beobachtung wird der Index mittelst eines Huf-eisenmagnets wieder herabgezogen.
Man hat auch Thermometer von starren Metallenconstruirt, nach dem Princip, dafs, wenn man zwei zusam-mengelöthete Metallstreifen, die durch Wärme ungleichausgedehnt werden, in einen Bogen zusammenbiegt, die-ser durch Temperaturwechsel mehr erweitert oder mehrgeschlossen wird, je nachdem man ihn abkühlt oder er-wärmt. Der erste "Versuch der Art wurde von Felter,einem Mechanikus in ßraunschweig, gemacht; sein In-strument bestand aus zwei 4 Fufs langen und Liniebreiten, geraden, parallelen Stäben, der eine von Eisen,der andere von Messing, die an dem einen Ende zusam-mengenagelt wurden. An dem anderen wurde auf demMessingstab ein beweglicher, 3 Fufs langer Zeiger befestigt,der durcli den Eisenstab hindurchging. Indem sie vonder Wärme der Luft ungleich verlängert wurden, bewegtesich der Zeiger, durch dessen Länge die Grade sehr sicht-bar w r urden. — Puffeisen, ein Norweger, verbessertediese Idee auf die Weise, dafs er einen sehr kleinen Stahl-streifen mit einem Messingstreifen zusammenlöthete undsie in einen Bogen bog, dessen durch ungleiche Tempe-raturen bewirkte Veränderungen mittelst eines Räderwerksvergröfsert wurden und mit einem kleinen Zeiger ganzgrofse Grade gaben. Das ganze Instrument hat die Ge-stalt einer gewöhnlichen Taschenuhr, auf dessen Ziffer-blatt ein beweglicher Zeiger die Thermometergrade angibt.
Später vervollkommneten die Gebrüder ßreguet inParis dieses Instrument noch mehr. Als Thermometer nah-men sie eine aus einem Platin- und einem Silberstreifenzusainmengelöthete Spirale; da aber die Ungleichheit der