Druckschrift 
4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
Seite
989
Einzelbild herunterladen
 

989

Pfropfen.

chen, die in die Drehbank eingesetzt werden; sie müssenaber nur höchst wenig konisch sein. Sie werden mit Schmir-gelpulver und Baumöl bestrichen (auch Wasser kann mannehmen, nur spritzt es zu viel), und der Hals ausgeschlif-fen, indem die Flasche an den in Umdrehung befindlichenkupfernen Kegel gehalten wird. In einem Laboratoriumpflegt man bald, durch Zerbrechen von Flaschen, eineSammlung kleinerer und größerer Glasstöpsel zu bekom-men, und unter diesen wählt man sich einen passendenaus, spannt ihn in die Drehbank in eine hölzerne Patroneein, und schleift die Flasche mit feinem Schmirgel an denPfropfen selbst an. Hat man keine geschliffene Pfropfen,so mufs man sie erst in hohlen kupfernen Kegeln, wovonman ebenfalls einen Satz von verschiedenen Durchmessernhaben mufs, schleifen. — Die Mühe mit diesem Einschlei-fen ist sehr gering, Alles ist in wenigen Minuten abge-macht, und wird doch reichlich durch den gtofsen Vor-theil belohnt, sich auf seine Pfropfen verlassen zu können.

Zuweilen ist man in dem Fall, Glasgefäße mit wei-ten Oeffnungen luftdicht verschließen zu müssen. In sol-chen Fällen schleift man die Mündung des Gefäßes eben,und bedeckt dasselbe mit einer ebenfalls eben geschliffe-nen Scheibe von dickem Glase, am besten Spiegelglas.Wird der Rand des Gefäßes mit Talg bestrichen, so hältdie darauf gelegte Scheibe vollkommen dicht. Um dasHerunterfallen derselben zu verhindern, kann man sie mitder, Fig. 2. abgebildeten, hölzernen Schraube befestigen.

Gut eingeschliffene Pfropfen setzen sich nicht seltenso fest, dafs sie auf gewöhnliche Weise nicht wieder her-auszunehmen sind. Man hält dann den Hals der Flaschein die Flamme einer einfachen Spirituslampe, indem manihn beständig umdreht, so daß der ganze, vom Pfropfausgefüllte Cylinder auf einmal schnell erhitzt wird; derPfropf geht alsdann leicht heraus, weil nämlichIder Halseher warm wird, als der Pfropf, und sich dabei so vielausdehnt, daß ersterer losgeht. Ist er durch ein zwischen-liegendes, eingetrocknetes Salz lustsitzend geworden, sostellt man die Flasche eine Zeit lang umgekehrt in ein