Druckschrift 
4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
Seite
923
Einzelbild herunterladen
 

Löthrohr.

923

Diese Methode ist so vollkommen ihrem Zwecke ent-sprechend, dafs sie in den meisten Fällen den Gebrauchder Holzkohle übertrifft, und bei allen Gelegenheiten,bei denen ein Metall nicht während des ßlasens reducirtwird, mit gröiserem Vortheil angewandt werden kann,als die Kohle. Im Allgemeinen müssen alle Oxydations-versuche und solche Reductionen, die blol's Farbenverän-derungen in den Flüssen beabsichtigen, auf Platindrathgeschehen. Hierbei muß ich anmerken, daß das Platindurchaus nicht beschädigt wird, oder während der Schmel-zung mit Phosphorsalz sich mit Phosphor verbindet; ichhabe vergebens versucht, es mit Phosphor zu verbinden,selbst wenn ich das Phosphorsalz mit ßoraxsäure gemengt,und darin Platin auf Kohle erhitzt habe.

Wenn man einen Fluß bis zu dem Grade von Re-action reducirt hat, den man als hinlänglich ansieht, undwill durch eine schnelle Abkühlung einer abermaligenOxydirung der Probe zuvorkommen, so kann man durcheinen gelinden Stoß am Drathe die geschmolzene Perleauf einen kalten Körper werfen, z. B. auf eine Theetasseoder einen kleinen Amboß, wo sie sogleich erstarrt, wasoft recht nützlich ist. Man muß mehrere Dräthe zur Handhaben, um nicht das darauf sitzende Glas mit Gewalt ab-zunehmen; man kann es in Wasser auflösen, ohne daßman darauf zu warten braucht.

Smithson wendet den Platindrath selbst zum Fest-halten von kleinen Splitterchen, die der Flamme ausge-setzt werden sollen, auf die Art an, daß er an das Endedes Drathes etwas feuchten, feuerfesten Thon befestigt, unddamit das Splitterchen berührt, worauf geblasen werdensoll, welches nun daran festsitzt. Der Thon wird zuerstin der Flamme getrocknet, und hält dann das Splitterchenfest, so daß es während des ßlasens nicht abfällt.

Auf Reisen, wo es manchmal schwer ist, recht guteLöthrohrkohlen zu erhalten, weil man deren nicht vielmit sich führen kann, ist der Platindrath eine unent-behrliche Sache, durch die man die Kohle bloß zu sol-chen Versuchen aufspart, wo ein Metall zur metallischen