Druckschrift 
4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
Seite
870
Einzelbild herunterladen
 

870

Gewicht, spcc.

gen werden: a) Man hat ein Gewicht von Glas, dessenVerlust im Wasser man ein- für allemal bestimmt hat, undwelches man, an einem Haar aufgehängt *), in der Flüs-sigkeit wiegt, deren spec. Gewicht man untersuchen will.Der Verlust des Glasgewichts im Wasser verhält sich dannzu seinem Verlust in der Flüssigkeit, wie das spec. Ge-wicht des Wassers zu dem der Flüssigkeit. Verliert z. B.das Glasgewicht im Wasser 20, und in der FlüssigkeitIS, so rechnet man 20: IS —1,000:0,900. Ist dagegender Verlust in der Flüssigkeit z. B. 25, so rechnet man20:25 — 1,000:1,250.

b) Man hat eine genau gewogene Flasche mit sehrengem Hals, die man bis zu einem gewissen Zeichen anletzterem mit Wasser füllt, dieses nun wiegt und sein Ge-wicht mit einem Diamant auf die Flasche zeichnet. Wirdalsdann die Flasche bis zu demselben Zeichen mit anderenFlüssigkeiten gefüllt und gewogen, so erhält man ihr spec.Gewicht, und man braucht nur die gefundenen Gewichte,wie oben, mit einander zu vergleichen. Wenn die Flaschegerade 1,000 Gewichtstheile Wasser faßt, so zeigt natür-licherweise das gefundene Gewicht anderer Flüssigkeitenihr spec. Gewicht ohne weitere Rechnung an.

Statt einer Flasche mit engem Hals ist eine mit ein-geschliffenem Stöpsel noch bequemer; sie wird ganz an-gefüllt, der Stöpsel so eingesetzt, dafs keine Luft zurück-bleibt, und darauf auswendig wohl getrocknet, ohne siejedoch unmittelbar mit den Händen zu berühren. Manwiegt darin zuerst Wasser, und darauf die andere Flüs-sigkeit, beide bei derselben Temperatur.

Bei dieser Art Wägung entsteht ein gar nicht unbe-deutender Fehler dadurch, dafs die Flasche von Luft ge-tragen wird und also um so viel weniger wiegt, als eingleiches Volumen Luft im luftleeren Raum wiegt. Daherist es nothwendig, das Resultat der Wägung auf das spec.Gewicht im luftleeren Raum zu reduciren, und diefs ist

*) Bei schärferen Flüssigkeiten, z. B. Säuren, wendet man einenäufserst feinen Golddrath an.