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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
649
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Aufbewahrung von Thierstoffen. 649

gasgehalt ein mächtiges Beförderungsmittel der Fäulnifs ist.Diefs läfst sich auf mehrfache Weise bewerkstelligen. Ichführte schon am erwähnten Orte Apperts Methode an,die sich auch für Thierstoffe bewährt hat. Gay-Lus-sac hat gezeigt, dafs wenn man thierische Flüssigkeiten,die grofse Neigung zum Verderben haben, wie z. B. eineLeim-Auflösung, alle Tage oder auch nur einen um denanderen Tag einmal bis zu -j-100° erhitzt, so dafs derSauerstoff in der von der Flüssigkeit aufgesogenen Luft,durch die von der Hitze bewirkte Veränderung, verzehrtwird, man auf diese Weise sehr lange die Fäulnils ver-hindern kann. Wir sehen schon (pag. 593.), dafs sichMilch auf diese Art lange frisch erhalten läfst. Auf dem-selben Grunde beruht auch Sweenys Aufbewahrungs-Methode für Fleisch. Er kochte Wasser, damit die Luft aus-getrieben werde, legte Eisenspähne, und nach dem Erkal-ten ein friches Stück Fleisch hinein, und übergofs nun dasWasser mit einer Schicht frischen Oels. Nach 7 Wochenwar das Fleisch noch vollkommen frisch. Leuch ändertediesen Versuch dahin ab, dafs er ungekochtes Wasser undgepulverten Schwefel, unter einer Bedeckung von Oel, an-wandte; Kalbfleisch war darin noch nach 2 Monaten frischgeblieben. Zu demselben Aufbewahrungs - Prinzip kannman auch das Einpacken in Kohlenpulver, das Einschmel-zen in Butter, Talg oder Schmalz rechnen, was auch rechtoft mit Vortheil in der Haushaltung angewendet wird. Ei-nen ähnlichen Grund hat es auch, dafs sich Fleisch in einerPasteten-Kruste hält, wodurch die Luft ausgeschlossen istund der eindringende Sauerstoff unterwegs verzehrt wird. Das Einpacken in gut ausgeglühtes Kohlenpr.lver möchtedurch den doppelten Umstand, die Luft auszuschliefsen unddie Producte von anfangender Fäulnifs aufzunehmen, wirk-sam sein.

Bei allen diesen, auf Abhaltung des Sauerstoffs sichgründenden Aufbewahrungs-Methoden, ist die Wegschaf-fung desselben aus der, die feuchten, festen Theile durch-dringenden Flüssigkeit, ein besonderes Beförderungsmittel,und diefs bewirkt man durch Erhitzen. Güntz hat gezeigt,