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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Seide.

einer Art Carminlack nieder. Allein dieser Farbstoff istnicht mehr acht, sondern wird, selbst in trockner Form,vom Tageslicht mit solcher Leichtigkeit gebleicht, dafs dietrockene Zinnoxyd-Verbindung an einem bewölkten Tageund mitten im Zimmer an der Oberfläche weifs wird, wäh-rend der darunter befindliche Theil seine Farbe behält. Das in kaltem kaustischen Kali unlösliche Skelett löstsich nicht vollständig in einer concentrirten, kochendenKalilauge auf; sie nimmt dabei ganz denselben Geruchwie bei der Auflösung von Horn an. Das Aufgelöste wirdselbst von überschüssig zugesetzter Salzsäure nicht gefällt,auch nicht von Cyaneisenkalium getrübt, wodurch es sichvon Hornsubstanz untei-scheidet.

Seide. Mehrere Insectenlarven umspinnen sich vor derVerpuppung mit einem fädigen Gespinnste, welches ihreunmittelbare Berührung verhindert. Unter diesen zeichnensich vorzüglich die Larven der Phalaenen aus, und vor al-len der Seidenwurm, Pkalaena Bombyx Mori, dessen Ge-spinnst gesammelt wird und in vielen Ländern einen wich-tigen Industriezweig ausmächt. Die Masse zur Seide liegtin dem Körper des Wurms, in Gestalt einer zähen Flüs-sigkeit, welche sich in Fäden ziehen läfst, die in der Lufterhärten. In Wasser, welches mit einer geringen Mengefreier Säure vermischt ist, erstarrt diese Flüssigkeit zu einerMasse, die wie mit weifsen Härchen durchweht aussieht.Indem der Wurm diese Flüssigkeit in Gestalt von Fädenauszieht, erstarrt ein Theil zu einem einfachen Seidenfa-den, der dabei dasselbe Liquidum auspreist, welches aufseiner Oberfläche eintrocknet, und die darin aufgelöstenThierstofTe zurückläfst; hierdurch wird der Faden wie miteinem Firnifs umgeben und bekommt manche Seide einegelbe Farbe. Diefs betidigt t. vom Gewicht der rohen Seide,lioard hat gefunden, dals Alkohol von 0,829, beim Ko-chen mit roher Seide, eine wachsartige und eine harzartigeSubstanz auszieht. Das Wachs schlägt sich beim Verdunstennieder, und der Alkohol gesteht dadurch öfters zu einembläulichen Magma, obgleich er nur sehr wenig aufgelöstenthält. Beim Abfiltriren dieser Masse bleibt eine wachsar-

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