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Cantharidin. Calandra granaria.
Nach einer Analyse der spanischen Fliegen von Beau-poil, enthält 1 Unze der trocknen Insecten:
Drachmen. Gran.
Eiweiß. 2 4
Saures, scharfes Wasserextract ... 1 2
Grünes, wachsartiges Oel. 1 8
Phosphorsauren Kalk.— 12
Kohlensäuren Kalk.— 2
Schwefelsäuren Kalk und Chlorcalcium — 4
Eisenoxyd.— 2
Unlösliches Gewebe. 4 36.
Dieses Resultat gibt einen Ueberschufs von S Gran.
Die Anwendung der spanischen Fliegen in der Heil-kunde ist allgemein bekannt.
Cerambyx moschatus gibt durch den Anus eine an-genehm riechende Flüssigkeit ab, von ölartiger Natur undunlöslich in Wasser, aber löslich in Alkohol und Aether,die ihren Geruch annehmen. Beim Abdestilliren des flüch-tigen Lösungsmittels, geht der Geruch mit dem Destillatüber. Der Alkohol riecht dann nach Rosen und Reinet-ten. In der Retorte bleibt ein thierisches Fett. Wird dasOel für sich bis -J-60° erhitzt, so wird der angenehmeGeruch zerstört und durch einen widrigen verdrängt.
Calandra granaria ist ein zu den Coleopteren gehö-rendes Insect, welches im südlichen Europa in den Getrei-demagazinen oft Zerstörungen anrichtet. Es wird hier we-gen der höchst ungewöhnlichen Erscheinung angeführt, dafsdieses Insect Galläpfelsäure und Gerbstoff enLhält, was zu-erst von Mitouart und Bonastre beobachtet, und spä-ter durch erneuerte Untersuchungen von Bonastre undHenry d. ä. bestätigt wurde. Diese Substanzen lassensich sowohl vermittelst Aether, als auch mit Alkohol undWasser aus dem Insect ausziehen. Wird die Aether-Lö-sung über Wasser abdestillirt, so enthält das Wasser Gall-äpfelsäure und Gerbstoff, während auf der Flüssigkeit einFett zurückbleibt. Sie fällt die Leimauflösung und gibtmit Eisenoxydsalzen Dinte. Unstreitig sind diefs im Thier-reiche ganz ungewöhnliche Substanzen.