Ambrafett. 623
laGrange, Juch, Rose, Bucholz, John, Pelletierund Caventou.
Ihre Zusammensetzung ist sehr einfach. Sie bestehtfast nur aus einem, dem Gallenfett ähnlichen, nicht ver-seifbaren Fett, mehr oder weniger mit Theilen von Wall-fisch-Excrementen gemengt; die Ursache ihres Geruchs istnoch nicht recht ausgemittelt. Juch behauptete, bei derDestillation mit Wasser daraus 0,0S bis 0,13 ihres Gewichtsangenehm riechendes flüchtiges üel abgeschieden zu ha-ben; allein bei Prüfung dieser Angabe ist ihr von Roseund Bucholz bestimmt widersprochen worden. — IhrHauptbestandteil ist:
Anibrafett (Ambrdine ); man erhält es, indem manAmbra bis zur Sättigung in kochendem Alkohol von 0,833auflöst, woraus es sich beim Erkalten in warzenförmig zu-sammengruppirten, feinen, farblosen Nadeln absetzt, dieman durch Auspressen von der Lösung befreit. Beim wei-teren Verdunsten der letzteren erhält man noch mehr Am-brafett, welches aber durch wiederholtes Auflösen und Um-krystallisiren zu reinigen ist.
In diesem gereinigten Zustand ist das Ambrafett glän-zend weifs, geschmacklos und von angenehmem Geruch,der ihm jedoch fremd zu sein scheint, da er sich durchwiederholte Krystallisationen vermindert, und bei langeunterhaltenem gelinden Schmelzen verschwindet, dabei aberdurch einen Harzgeruch ersetzt wird. Seine Schmelzbarkeitwird verschieden angegeben. Pelletier und Caventoufanden es bei -j-25° erweichend, und bei -j-30° schmel-zend. Nach John schmilzt es bei -|~37°,5 und fliehst bei-j-50° wie ein Oel. Auf einem Platinblech erhitzt, schmilztes, raucht und verflüchtigt sich fast ohne Rückstand. Beider trocknen Destillation wird es braun, destillirt aber sonstwenig verändert, und mit Zurücklassung von ein wenigKohle, über. In wasserfreiem Alkohol ist es leicht lös-lich, und zwar in gleicher Menge in kaltem und warmem.Nach dem Verdunsten behält es Alkohol zurück und gleichtalsdann, nach John, einer terpenthinartigen Masse. VonAellier wird es reichlich gelöst, eben so von fetten und