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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Milchsäure.

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men, hat sich fast an die Spitze derjenigen gestellt, welchedie Milchsäure entschieden für Essigsäure halten. Erscheinthierzu vor Allem dadurch veranlafst worden zu sein, dalser bei der Destillation milchsäurehaltiger Flüssigkeiten einDestillat bekam, welches Lackmuspapier schwach röthete,und welches, mit Barythydrat gesättigt und abgedunstet,ein weifses Häutchen hinterliefs, aus dem er mit Schwe-felsäure den Geruch von Essigsäure entwickeln konnte.

Ich habe diese Destillationen wiederholt, und ganzdasselbe Resultat wie Leop. Gmelin erhalten; allein ichhabe beim Vermischen des Salzes mit Schwefelsäure nie-mals einen Geruch nach Essigsäure oder, genauer gespro-chen, einen sauren Geruch verspürt; diel's war nur dannder Fall, wenn das Destillat Salzsäure enthielt, denn jedes-mal, wenn mir die Mischung nach Essigsäure zu riechenschien, gab sie, nach Verdünnung mit Wasser und Ver-mischung mit salpetersaurem Silberoxyd, einen deutlichenNiederschlag von Chlorsilber. Als ich reine, in Wassergelöste Milchsäure der Destillation unterwarf, erhielt ichein Destillat, welches das Lackmuspapier röthete, und, beigelinder Wärme abgedunstet, Milchsäure hinterliefs. Ichglaubte nun das Räthsel in der Annahme gelöst zu finden,dals die Milchsäure, gleich der Boraxsäure, in geringerMenge iiberdestillire. Ich vermischte deshalb milchsauresKali mit Weinsäure in geringem Ueberschufs und destil-lirte diefs Gemenge mit aller Vorsicht, bis etwas mehrals _ 9 5 übergegangen war. Das Destillat, darauf abgedun-stet, gab Milchsäure; als es aber ganz abgeraucht wurde,erschienen Krystalle darin, die, bei Auflösung in Alkohol,eine Spur von saurem weinsauren Kali zurückliefsen. Hier-aus geht hervor, wie selten es bei einem so niedrigen De-stillationsapparat, wie eine Glasretorte, ganz gelingt zuverhindern, dafs eine Portion des feinen Nebels, der ausdem Springen der Bläschen beim Kochen entsteht, rnit denWasserdämpfen in den Retortenhals, und von da in dasDestillat übergeführt werde. Das Destillat verliert beimUmdestilliren alle Spur von Säure, was nicht geschehenkönnte, wenn die darin befindliche Säure Essigsäure wäre.

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