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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
550
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550 Milch.

E. Die Milch.

Während der Schwangerschaft eines weiblichen Thie-res entwickelt sich in den Brüsten ein Absonderungsorgan,welches nach der Geburt Milch absondert. Die Zusammen-setzung des Organs selbst ist noch nicht untersucht. Es be-stellt aus unzähligen kleinen Drüsenkörnern, deren Ausfüh-rungsgänge sich zu immer gröfseren Kanälen vereinigen,die ans einem so ausdehnbaren Gewebe bestehen, dafs siezugleich als Behälter für die angesammelte Milch dienen.

Die Milch ist schon der Gegenstand der Untersuchungälterer Chemiker gewesen, worunter zu nennen sind: Geof-froy, Malouin, fieaume, Rouelle d. j., Yoltelen,Spielmann, Haller, Hahn, Macquer, Scheele,Boysson, Morozzo, Parmentier u. Dejeux, Four-croy u. Vauquelin, Bergius, Clarke, van Stip-trian Luiscius u. Bondt; neuere Untersuchungen dar-über sind die von mir, von John, Thenard, Hermb-städt, Meggenhofen, Payen u. a.

Den hier anzuführenden Thatsachen werde ich haupt-sächlich die von mir selbst angestellten Untersuchungenüber die Kuhmilch zu Grunde legen, und dabei die spä-ter gemachten Zusätze von Che vre ul, Frommherz undGugert u. a. benutzen.

Die Milch ist weifs und undurchsichtig durch eineemulsionsartige Verbindung von KäsestofF mit Butter. DieFlüssigkeit, worin die emulsiven Theile schwimmen, ent-hält einen bedeutenden Antheil Käsestoff in Auflösung,und außerdem Milchzucker, extractartige Materien, Salzeund freie Milchsäure, wovon auch frische Milch die Ei-genschaft besitzt, ein eingetauchtes Lackmuspapier deut-lich zu röthen. Die Milch enthält, im Allgemeinen ge-nommen, 10 bis 12 Procent fester Bestandiheile, völlig be-freit von allem Wasser, welches sie bei -j-100° entwei-chen lassen *); jedoch variirt diefs bei einem und demsel-

*) grofsen Abweichungen hiervon, welche man bei verschie-

denen Verfassern findet, haben melirentheils in unvollständi-ger Austrocknung ihren Grund.