548 Geschlechtsorgane der Amphibien und Fische.
Diefs dürfte aber, bei dem gegenwärtigen Stand der Wis-senschaft, eben so wenig behauptet werden, und es ist da-her gegenwärtig unmöglich, mit Sicherheit zu entscheiden,woher die Erde in dem Skelett des jungen Vogels ihrenUrsprung nimmt.
Die Allantois enthält eine Flüssigkeit, worin JacobsonHarnsäure gefunden hat. Diese Flüssigkeit ist zuerst weifs,darauf hellgelb und schleimig, voller weifser Concremente,die hauptsächlich aus Harnsäure bestehen, deren Mengesich zu Ende der ßebriitungszeit vermehrt. In den letz-ten Tagen sind diese Concremente mit einem sehr dickenund schleimartigen Eiweifs umgeben.
D. Zu den Geschlechtsorganen der Amphibienund Bische gehörige Materien.
Bei den Amphibien und Fischen sind die Fort-pflanzungs-Erscheinungen in sofern von denen der vor-hergehenden verschieden, als bei den meisten von ihnendas Männchen seine Samenflüssigkeit auf die Eier des Weib-chens aufserhalb des Körpers ausgiefst, und zwar in demAugenblick, als diese ausgeleert werden, oder auch ersteinige Zeit nachher.
Das Organ, welches bei den Fischen die Stelle derHoden vertritt, wird Milch genannt, und ist von B'our-croy und Vaucjuelin, so wie von John untersucht wor-den. Die Fischmilch hat in ihrer Zusammensetzung grofseAnalogie mit der Leber oder mit dem Gehirn. Mit Was-ser in einer Fieibschaale zerrieben, läfst sie sich in eineEmulsion verwandeln, die wie Milch durch das Filtrirpa-pier geht, indem nur ein Theil des zerriebenen Gewebesauf demselben zurückbleibt. Diese Emulsion gerinnt imKochen, und dampft man die coagulirte und eine Zeitlang gekochte Flüssigkeit nach dem B'ihriren ab, so gestehtsie zuletzt beim Erkalten zu einer Gallert von Leim, wel-cher darin aufgelöst war. Das Coagulum besteht aus Ei-weiß, welches ein Fett umschliefst, mit einem so grofsenPhosphorgehalt, dafs es, gleich dem aus dem Gehirn, beimVerbrennen des getrockneten Coagulums so viel freie Phos-