Die Knochen. 449
bestätigte, dafs sie bei den Fischen mit Knochenerde inden Knochen, den Knochenknorpel ersetzt.
So viel man bis jetzt weifs, haben alle Knochen indem Körper eines Thieres eine gleiche Zusammensetzung,sie mögen compact oder zellig sein; hiervon machen je-doch die Zähne eine Ausnahme.
Die Zähne sitzen in den Kinnladen eingekeilt, undbestehen aus zwei Theilen, der Krone, welche aus derKinnlade hervorsteht, und der Wurzel, welche darin befe-stigt und entweder einfach oder getheilt ist. Statt des Pe-riosteums ist die Krone mit einem harten, weifsen, glänzen-den Ueberzug, dem sogenannten Schmelz der Zähne,bekleidet, welcher als ein todter Ueberzug zu betrachtenist, da er ganz unorganisch ist und sich nicht wiederbil-det, wenn er abgesprengt oder abgenutzt wird. Bei denZähnen der grasfressenden Thiere sitzt der Schmelz nichtauswendig auf dem Zahn, sondern durchsetzt denselben ineiner wellenförmigen, hin und her gehenden Linie. DerSchmelz, welcher auswendig die Zähne der Thiere iiber-kleidet, ist rein weiis und am obersten Theile der Zahnkro-nen am dicksten, von wo er abnimmt und an der Befesti-gung des Zahns in der Kinnlade ganz diinn endigt. Hierfängt eine Lamelle an, die knochenartiger ist, als das Pe-riosteum der übrigen Knochen, und die man erst nach eini-ger Eintränkung in Säure recht gewahr wird, indem siesich dann abschaben läfst, und die vorher rauhe Zahnwur-zel glatt und glänzend wird. Setzt man Zähne einer Tempe-ratur von ungefähr -j-120° aus, so dafs der Schmelz trock-net, ohne dafs die Zahnmasse selbst ihre Feuchtigkeit ver-liert, so läfst sich der Schmelz vermittelst einer scharfenZange von dem Zahnknochen absprengen, der dann mitglatter Oberfläche und wie ein abgerundeter Knopf, aberdoch mit deutlichen Zeichen der äufseren Unebenheiten desZahns, bleibt. Trocknet man nachher den Zahnknochenbei derselben Temperatur, so wird er, unter Wasserver-lust, bedeutend spröder als in feuchtem Zustand.
Ein jeder Zahn umschliefst eine kleine Höhlung, er-füllt mil einer organischen Masse von Gefäfsen und Ner-IV. 29