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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Das Ohr.

Verhältnisse sind mit denen der Jdornsubstanz ähnlich; dieMaterie aus dem Ohrenschmalz unterscheidet sich jedochdavon dadurch, dafs die Auflösung in Kali sehr unbedeu-tend von Salzsäure, und die saure Auflösung nicht vonCyaneisenkalium, und sehr unbedeutend von Galläpfelin-fusion getrübt wird.

Nach diesen Versuchen ist das Ohrenschmalz eineemulsionartige Verbindung von einem weichen Fett undEiweifs, nebst einer anderen Materie von bestimmt eigen-thümlicher Natur, einem gelben, sehr bitteren, in Alkohollöslichen Extract und einer in Wasser löslichen extract-artigen Materie, mit milchsauren Salzen von Kalk undAlkali; es enthält aber keine Chlorüre und kein in Was-ser lösliches phosphorsaures Salz.

Das Ohrenschmalz scheint dazu bestimmt zu sein, dasEindringen von Insekten in den äufseren Gehörgang zuverhindern, theils dadurch, dafs sie darin hängen bleiben,und vielleicht auch durch den bitteren Bestandtheil, derihnen zuwider ist.

Zuweilen sammelt sich das Ohrenschmalz in Mengean, erhärtet, und verursacht, indem es den Gehörgang ver-schliefst, Taubheit. Man löst es in solchem Falle leichtauf, wenn man den Gehörgang mit einem Gemenge vonTerpenthinöl und Baumöl vollgiefst, welche das Fett flüs-sig machen.

Was die Organe des Geschmacks und Gefühlsoder die Zunge und Haut betrifft, so bieten sie für che-mische Untersuchung nichts dar, was nicht schon oben ab-gehandelt wäre.

VI. Die Organe der Bewegung.

Die Organe der Bewegungen der Thiere sind haupt-sächlich die Muskeln, welche dieselben hervorbringen; dasie aber weiche Körper sind, so würden sie für sich alleinnicht Alles das ausrichten können, was zur Bewegung einesThieres gehört. Darum sind sie unterstützt von den Kno-chen, auf welche sie ihre Wirkung äufsern, von den Knor-