Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
436
Einzelbild herunterladen
 

436

Die Nase.

einander eintrocknen und wieder aufquellen, ohne dafssich seine Eigenschaften verändern; nur wird er jedes-mal weniger durchsichtig, und zuletzt gelblich und eiter-artig. Durch Kochen mit Wasser schrumpft er nicht zu-sammen und erhärtet nicht; er zieht sich nur etwas zu-sammen, wird schwerer und zertheilt sich durch Bewe-gung. Allein nach dem Erkalten findet man ihn wieder,wie zuvor, zusammenhängend und schleimig, jedoch miteinem mehr begränzten Aufquellungsvermögen.

Der trockne Schleim ist gelb und durchsichtig. Beider trocknen Destillation gibt er kohlensaures Ammoniakund Dippels Oel, und nach Verbrennung der Kohle bleibteine aus phosphorsaurem und kohlensaurem Kalk und einerSpur von koblensaurem Natron bestehende Asche zurück.

Von verdünnter Schwefelsäure wird der Schleim auf-gelöst, von concentrirter wird er dunkler und zerstört.Von verdünnter Salpetersäure coagulirt er oberflächlichund wird stellenweise gelb. Dann quillt er wieder aufund wird wieder so schleimig wie zuvor. Digerirt man siezusammen, so wird zuerst die ganze Masse schwach gelb-lich, und alsdann löst sich der Schleim zu einer dünnen,fast farblosen Flüssigkeit auf. Von Essigsäure schrumpftder Schleim selbst beim Kochen, ohne sich aufzulösen,ein. Die Essigsäure zieht dabei einen geringen Eiweifs-gehalt aus, in Folge dessen die saure Flüssigkeit durchCyaneisenkalium opalisirend wird. Von kaustischem Kaliwird er im ersten Augenblick schleimiger oder, wie mansagt, lang; hernach aber löst er sich zu einer dünnenFlüssigkeit auf. Galläpfelinfusion coagulirt ihn sowohlaus seiner Auflösung in Säuren, als auch in seinem in Was-ser aufgequollenen Zustand.

Der Nasenschleim hat zum Endzweck, das Trocknender Schleimhaut beim Athmen zu verhindern und den da-bei mechanisch mitfolgenden Staub, welcher sich grofs-tentheils in demselben festsetzt, aufzufangen und mit sichauszuleeren.