424
Das Auge.
ein, und bildet das sogenannte Tapetum lucidum, welchesgrünlichweils und glänzend ist. Wo der helle Theil en-digt, bedeckt sich die Choroidea mit einem schwarzenFarbstoff, welcher die Seiten und den Vordertheil der in-neren Seite des gröfseren Kugelsegments überzieht.
Das schwarze Pigment des Auges liegt ganzlose auf der Choroidea und läfst sich mit Leichtigkeit ab-nehmen. Man scheidet es von anderen Theilen auf dieWeise, dafs man, nach Wegnahme der Retina, die Choroideamit dem Farbstoff von der Sclerotica abzieht, in einen fei-nen leinenen Lappen legt und so lange in Wasser drückt, alssich noch schwarzer Farbstoff darin aufschlämmt. Er er-hält sich im Wasser lange schwebend und sieht dann dun-kelbraun aus, läfst sich aber leicht abfiltriren und bildetauf dem Filtrum eine schwarze zusammenhängende Masse.Dieser Farbstoff ist von mir, und einige Jahre später vonL. Gmelin untersucht worden.
Das Ergebnifs meiner Untersuchung war in der Kürzefolgendes: Sowohl in kaltem als kochendem Wasser istder Farbstoff unlöslich; desgleichen auch in Alkohol, inSalpetersäure und Salzsäure, wenn sie so verdünnt sind,dafs sie ihn nicht zersetzen; ebenso in concentrirter Essig-säure. Indessen nehmen die Säuren beim Digeriren damiteinen Such in’s Gelbe an. Von verdünntem kaustischenKali wird er schwierig aufgelöst und erfordert dazu lan-ges Digeriren. Die Auflösung ist dunkelgelb, und Salz-säure schlägt ihn daraus wieder nieder, allein mit hellererbrauner Farbe.
In der Luft erhitzt, verhält er sich mehr wie einePflanzen- als wie eine thierische Materie. Er schmilztnicht und bläht sich nicht auf, raucht unbedeutend undriecht dabei unangenehm, aber nicht wie verbrannte thie-rische Stoffe, sondern eher wie vegetabilische Stoffe. Beistärkerer Hitze entzündet er sich, und seine Kohle fährtdann von selbst zu glimmen fort, mit Zurücklassung einerhellgrauen, etwas röthlichen Asche. Diese Asche löst sichmit etwas Aufbrausen in Salpetersäure auf und hinterläfstdabei eine geringe Menge Eisenoxyd. Die Menge dieser