415
Analyse.
freiem Alkohol extrahirt. Es ist von Wichtigkeit, dafsalles Wasser entfernt sei, wenn nicht die Alkohol-LösungSalze von Kali und Natron enthalten soll; eben so ist esnöthig mit warmem, wasserfreiem Alkohol das darin Un-lösliche vollkommen auszuwaschen, worauf man es trock-net und wiegt. — Der wasserfreie Alkohol darf von demUngelösten nicht eher abgegossen werden, als bis man ihnbis zu 0° abgekühlt hat.
D. In dem wasserfreien Alkohol kann nun enthal-ten sein: Harnstoff, Harnzucker, der eigene Extractivstoff,Milchsäure, milchsaures Ammoniak und Chlorammonium,nebst etwas Fett und der in Aether löslichen sauren Ma-terie. Der Alkohol wird im Wasserbade vollständig ab-deslillirt, und der Rückstand in der Wärme mit Aetherbehandelt, so lange als noch frische Portionen etwas auf-lösen. Die Aether-Lösung wird abdestillirt und der Rück-stand gewogen. Er kann verseiftes Fett, milchsauren Kalkund milchsaures Ammoniak in geringer Menge enthalten.Ich verweise hier auf das, was darüber bei den organi-schen Bestandtheilen des Harns gesagt worden ist.
Die mit Aether behandelte Masse wird in wenigemWasser aufgelöst, bis zu -j-40° erwärmt und so langemit (kalifreier) Oxalsäure vermischt, als ein neuer Zusatzvon Säure aufgelöst wird. Beim Erkalten der Flüssigkeitschiefst ein rothbrauner oxalsaurer Harnstoff an, den man ineinem Trichter abtropfen läfst und mit ein wenig Wasserabwäscht. Dieses Wasser und die Mutterlauge werden zuneuer Krystallisation abgedampft. Wenn hierbei die Mut-terlauge nicht scharf sauer schmeckt, so erwärmt man sieund löst noch mehr Oxalsäure darin auf. Sobald die Mut-terlauge etwas schleimig und sauer ist, läfst man sie vonden Krystallen abtropfen, die man auf Löschpapier legtund zwischen solchem ausprefst. Die Krystalle löst manin Wasser auf, zersetzt sie mit kohlensaurem Kalk, unddampft die erhaltene Harnstoff-Lösung im Wasserbade zurTrockne ab, worauf man den Harnstoff wiegt. Darauflöst man ihn in kochendheifsem wasserfreien Alkohol auf,und zieht, wenn etwas ungelöst bleibt,, dieses vom Ge-