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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Harn.

sammenstellung läfst sich hierdurch niemals ein genauesResultat erhalten. Indessen ist die analytische Untersu-chung selten in anderer Absicht, als zur Bestimmung nurgewisser Bestandteile, mit Uebergehnng der anderen, er-forderlich.

A. Man untersucht zuerst das speci/ische Gewicht desHarns. Hierdurch erhält man einen Begriff von seinerConcentration. Hierauf seinen freiwilligen Bodensatz, denman abfiltrirt; man nimmt ihn auf ein gewogenes Filtrum,wäscht ihn aus, trocknet und wiegt ihn. Er ist entwedernur Schleim, und dann ist sein Gewicht unbedeutend,oder er bildet ein rothes, rostgelbes oder graues Pulver.Man kocht dasselbe mit Alkohol, welcher den rothen Farb-stoff und harnsaures Ammoniak aufiöst, die man durchWasser, wiewohl nur unvollständig, trennt. Den gelbenRückstand extrahirt man mit Essigsäure, welche den gel-ben Farbstoff auflöst. Kaustisches Kali zieht Harnsäureaus und läfst Knochenerde oder Kieselerde, oder ein Ge-menge von beiden zurück. Durch Fällung mit Essigsäureerhält man aus der alkalischen Lösung Harnsäure, unddurch Fällung mit Cyaneisenkalium gibt die saure fdtrirteFlüssigkeit die Quantität des Schleims, wenig vermehrtdurch die des Cyans und Eisens.

B. Der filtrirte Harn wird mit kaustischem Ammo-niak in geringem Ueberschufs versetzt; der Niederschlagwird abliltrirt, getrocknet, gewogen, die darin enthaltenethierische Materie weggebrannt, der Niederschlag wiedergewogen, und die phosphorsaure Kalkerde und Talkerdenach den gewöhnlichen Methoden von einander geschieden.

C. Der abfdtrirte Harn und das Waschwasser wer-den im Wasserbade soweit wie möglich abgedampft, undder Rückstand, am besten mit der Abdampfschanle, gewo-gen. Darauf wird er mit Alkohol von 0,833 extrahirt, solange als dieser noch was auflöst. Das Unlösliche wirdim Wasserbade getrocknet und gewogen. Hierdurch er-fährt man das Gewicht des Aufgelösten. Der Alkohol wirdabdestillirt, die Masse so lange im Wasserbade getrocknet,als sie noch Feuchtigkeit abgibt, und darauf mit wasser-