Harnstoff.
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Heftigkeit zerstört wird. Die Masse verdickt sich hierbeizu einem dicken Brei, weil sich snlpetersaurer Harnstoffin fester Form abscheidet; man kühlt dabei das Gefäfs inEis ab, schüttet es dann nach 4 bis 5 Stunden auf ein Fil-trum zum Abtropfen, legt alsdann das Filtrum auf einentrocknen Ziegelstein und preßt die Masse, wenn diesernichts mehr einsaugt, zwischen Löschpapier stark aus *).Man löst sie hierauf in ganz wenigem kochenden Wasserauf, und läfst die Verbindung noch einmal krystallisiren,abtropfen und prefst sie von Neuem aus. Das erhalteneSalz ist bräunlich, man löst es in warmem Wasser auf,digerirt mit Blutlaugenkohle, und sättigt die entfärbte fil-trirte Auflösung mit irgend einer kohlensauren Basis, ambesten kohlensaurem Baryt oder Bleioxyd, und verdunstetdie Auflösung im Wasserbade zur Trockne. Gewöhnlichfärbt sie sich dabei wieder gelb. Die trockne Masse ver-mischt man nun mit dem Fünffachen ihres Gewichtes kal-ten Alkohols von 0,82 oder noch stärker, und zieht damitden Harnstoff aus dem Blei- oder Barytsalze aus. Mandarf das Gemenge nicht erwärmen, weil sich sonst einemerkliche Menge vom Salze mit auilöst. Die Alkohol-Auf-lösung vermischt man mit Blutlaugenkohle, destillirt * vomAlkohol ab und filtrirt den Rückstand kochendheifs. DerHarnstoff schiefst beim Erkalten an, und durch weiteresVerdunsten des Alkohols erhält man noch mehr davon;jedoch sind die letzten Antheile mit einer nicht krystallisi-renden Verbindung von Harnstoff und Blei- oder Barytsalzverunreinigt, welche in dieser Verbindung in Alkohol nichtunlöslich sind. Eben so behält die in Alkohol extrahirteSalzmasse noch einen Antheil Harnstoff zurück, der ver-
•) Weil hierbei das Filtrum von der Säure gewöhnlich durch-fressen wird, so kann man sich auch so helfen, dafs man diesaure Masse unmittelbar in einen grofsen Glastrichrer schüt-tet, dessen Hals man zuvor mit kleinen Glas.stückchen ange-füllt hat, durch welche die saure Lauge abfliefst, ohne dafssalperer.sanrer Harnstoff mitfolgt. — Nach Liebig läfst diesesaure Lauge nach einiger Zeit einen schön blauen Nieder-schlag fallen, welcher Berlinerblan ist, und wovon sich durchZusatz einer Eisenauflösung noch mehr bildet. W.