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Harn.
wurde, die zur Sättigung der freien Säure mit ein wenigkaustischem Ammoniak versetzt war. Dadurch entstand einNiederschlag, der nach dem Auswaschen mit Alkohol undnachherigen Behandeln mit Wasser sich darin, mit Hinter-lassung von phosphorsaurem Kalk, grofsentheils auflöste.Durch Zersetzung mit Oxalsäure gab das aufgelöste Kalk-salz Milchsäure, allein nur einen geringen Theil von derim Harn enthaltenen, da der milchsaure Kalk in Alko-hol ziemlich löslich ist. Dieser Versuch beantwortet beideEinwürfe; seitdem habe ich mich aber auch, zur Abschei-dung der Milchsäure aus der Alkohol-Lösung von einge-trocknetem Harn, einer concentrirten Auflösung von Wein-säure mit demselben Vortheil, wie der Schwefelsäure, be-dient.
Alkohol zieht nicht alle Milchsäure aus dem Rück-stand des Harns aus, ein kleiner Theil bleibt in dem un-gelösten zurück, vermuthlich durch die darin befindlichenthierischen Stoffe zurückgehalten; wenn man aber die indiesem ungelösten Rückstand enthaltene freie Säure mitAmmoniak sättigt, so zieht Alkohol nachher milchsauresAmmoniak aus.
Die im Harn enthaltene Milchsäure ist das hauptsäch-lichste Lösungsmittel für den darin vorhandenen phosphor-sauren Kalk, was leicht daraus zu ersehen ist, dafs, nach-dem man aus eingetrocknetem Harn die freie Milchsäuremit Alkohol ausgezogen hat, der Rückstand wohl saure phos-phorsaure Salze enthält, aber bei der Wiederauflösung inWasser den gröfsten Theil der phosphorsauren Kalkerdeungelöst zuriicklälst.
4) Andere organische Säuren. Mehrere Chemiker,und besondei-s Proust und Thenard, nehmen einenEssigsäure-Gehalt im Harn an. Ersterer gab an, dafs wennman Harn mit so viel Schwefelsäure vermische, dafs da-durch alle seine Salze zersetzt werden, und ihn daraufdestillire, alsdann ein Wasser übergehe, welches sehr vielEssigsäure enthalte. Diefs wäre der entscheidendste Be-weis für die Gegenwart dieser Säure im Harn. Ich habedaher diesen Versuch wiederholt, dabei aber andere Re-