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Harn.
Der Harn.
Alles, was die Saugadern vom Darmkanal oder derHaut aufnehmen, Alles, was von den Bestand)heilen desKörpers zu fernerem Gebrauch untauglich wird, mufs haupt-sächlich durch den Harn ausgeleert werden, welcher des-halb auch, aufser den gewöhnlichen darin aufgelösten Kör-pern, oft zufällige Materien enthalten kann, die auf die-sem Wege weggeschafft werden. Daher ist auch der Harneine sehr gemischte Auflösung, und im Verhältnifs dar-nach sehr schwer richtig kennen zu lernen. Er ist derGegenstand der Forschungen vieler Chemiker gewesen.Die ersten Versuche darüber sind von vän Helmont,die in seiner Abhandlung über Steinbeschwerden Vorkom-men. Brandt und Kunkel entdeckten 25 Jahre späterden Phosphor im Harn, der sich aus den Salzen desselbengewinnen läfst. ßoyle machte hernach eine seiner Zeitgemäfse Analyse vom Harn; es glückte ihm ebenfalls, dar-aus Phosphor zu erhalten, dessen Bereitung geheim gehal-ten wurde, und er liefs ihn in London von einem Apo-theker zum Verkauf bereiten. Ungefähr zu derselben Zeitwurde der Harn auch von Bellini untersucht, welcherWasser, Erde und Salz darin fand; dann von Boerhave,dessen Analyse für seine Zeit ein Meisterstück war. Marg-graf zeigte, dafs der Phosphor eigentlich von den im Harnenthaltenen phosphorsauren Salzen herrühre, und nun con-centrirten sich die Bemühungen auf die Ausmittelung die-ser letzteren. Pott, Haupt, Schlosser, Schockwitz,Bergman, Klaproth u. a., haben Arbeiten über die-sen Gegenstand geliefert. Zuletzt lenkte ßouelle d. j.seine Aufmerksamkeit auch auf die organischen Bestand-theile des Harns, die er besonders studirte; er nannte sieim Allgemeinen seifenartiges Extract des Harns, es gelangihm aber noch nicht sie zu trennen; er mittelte die imHarn enthaltenen Salze aus, verglich den menschlichenHam mit dem der grasfressenden Thiere, und zeigte, dafsim letzteren keine phosphorsauren Salze enthalten seien,sondern kohlensaurer Kalk und eine den Benzoeblumen
ähn-