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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Die Nieren.

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Ich hatte erwartet, in den Flüssigkeiten der Nierenauch den characteristischen Bestandteil des Harns, denHarnstoff, zu finden, um so mehr, da Prevost und Du-mas zu beweisen gesucht haben, dafs er nicht in denNieren gebildet, sondern auf diesem Wege nur ausgeleertwerde; allein es war mit Salpetersäure keine Spur zu ent-decken. Prevost und Dumas schnitten lebenden Hun-den, Katzen und Kaninchen die Nieren aus, unterbandendie Arterien und behandelten die Wunde mit Sorgfalt.Die Thiere lebten nach dieser Operation noch mehrereTage, frafsen wie vorher, tranken aber weniger, schliefenund bekamen zuletzt am 6ten bis fiten Tag ein Fieber,woran sie starben. Bei der Analyse ihres Blutes wurdedarin Harnstoff in hinlänglicher Menge gefunden, um kry-stallisirt erhalten und vergleichungsweise mit dem aus demHarn analysirt werden zu können. Zugleich enthielt dasBlut weit mehr Fleischextract und milchsaure Salze, alsgewöhnlich. Aus diesen Versuchen scheint hervorzugehen,dafs der Harnstoff, so wie das Fleischextract, überallim Körper gebildet und nur durch die Nieren weggeführtwerde. Allein in diesem Falle ist es schwer einzusehen,warum er nicht in den Flüssigkeiten der Nieren enthal-ten ist, da doch die milchsauren Salze und das Fleisch-extract, die ebenfalls im Harn Vorkommen, in jenen ge-funden wurden, und es nicht denkbar ist, dals der eineBestandtheil schneller ausgeleert werde, als der andere.

Der Bau der Harnwege hat mit dem des DarmkanalsAehnlichkeit. Die von den Nieren zur Blase führendenKanäle bestehen aus einer von Zellgewebe umgebenenund aulsen von dem Bauchfell bedeckten schleimigen Haut.Die Harnblase hat zwischen der Schleimhaut und demBauchfell eine Lage von Muskelfasern, die durch Zellge-webe an beiden Häuten befestigt ist. Diese Muskelfasernfehlen bei einigen der weniger ausgebildeten Thiere, beidenen die Flarnblase nur eine Erweiterung des von denNieren kommenden Ableitungskanals ist.