Die Nieren.
317
deren, in kochendheifsem Wasser nicht löslichen Theil.Die wäfsrige Auflösung der eingetrockneten Masse warohne Geschmack und reagirte weder alkalisch noch sauer.Sie wurde, selbst nach Zusatz einer freien Säure, nichtvon Cyaneisenkalium gefällt, wohl aber von neutralem es-sigsauren Bleioxyd, von Quecksilberchlorid und von Gerb-stoff. — Der in Ammoniak unlösliche Theil war von un-verändertem Ansehen. Von verdünntem kaustischen Kaliwurde er in der Kälte schwierig oder nicht, aber bei ge-linder Digestion langsam und ohne Farbe und Rückstandaufgelöst; überschüssig zugesetzte Essigsäure schlug dendarin unlöslichen Theil, mit Zurückbehaltung des löslichen,nieder. Der Niederschlag war in jedem Ueberschufs vonEssigsäure, sowohl in der Kälte als in der Wärme, un-löslich.
Aus diesem Verhalten geht hervor, dafs die feste Ma-terie, welche das Gewebe der Nieren bildet, weder Fa-serstoff ist, noch solchen enthält; denn sie gelatinirt nichtmit Säuren, und wird nicht von Cyaneisenkalium gefällt;eben so wenig besteht sie aus Zellgewebe, da sie nichtzu Leim aufgelöst wird. Am nächsten kommt sie noch,mit einigen kleinen Abweichungen, mit der Masse der fa-serigen Haut der Arterien überein, und dieser Umstandscheint es zu bestätigen, dafs sie nichts Anderes als eineSammlung von feinen Gefäfsen war.
b) Die von der vorhergehenden festen Materie ge-schiedene Flüssigkeit war unklar, schleimig und wie mitMilch vermischt. Bis fast zum Kochen erhitzt, gerann siezu einer nicht mehr flüssigen Masse, die mit mehr Was-ser vermischt und von Neuem gekocht werden mufste,um darin eine richtige Scheidung des Coagulums von derFlüssigkeit bewirken zu können.
Das Coagulum wurde gut ausgewaschen. Als ich esversuchen wollte, aus der leuchten Masse mit Aether Fettauszuziehen, sog das Eiweifs den Aether ein, und quolldarin auf, gerade wie es mit dem Eiweifs aus Hühner-eiern geschieht. Es mufste daher, vor der Behandlung mitAether, vollkommen ausgetrocknet werden. Dieser nahm