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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Die Nieren.

noch Endzwecke erfülle, die uns unbekannt sind, sehenwir aus ihrem so nahen Zusammenhang mit dem Gesund-heitszustand. Durch allmählig vor sich gehende Abküh-lung kann sie, der Gesundheit unbeschadet, vermindertwerden; wird sie aber durch einen schnellen Temperatur-Wechsel plölzlich unterbrochen, so entsteht das, was wirErkältung nennen, und dadurch wird wohl ein sehr gro-fser Theil unserer Krankheiten und gewöhnlich ein verän-derter Lebensprozefs herbeigeführt, den man Fieber nennt,welches oft schnell wieder vorübergeht', oft aber auch,selbst bei jungen und starken Menschen, schnell tödtlichwird. So z. B. ist eine häufige Todesursache die Unter-drückung der Fufs-Ausdunstung durch plötzliche Abküh-lung. Auf der andern Seite finden wir auch, dafs häufigein heftiger Schweifs ein schon eingetretenes Fieber ver-treibt und die Gesundheit wieder herstellt. Der Schlüsselzur richtigen Erklärung dieser Verhältnisse wäre für dieHeilkunde von der höchsten Wichtigkeit.

B. Die Nieren und der Harn.

Die N i e j- e n.

Die Nieren sind das Absonderungsorgan für den Harn.Sie liegen mit der Rückseite an den Eückgrath angelehnt,ungefähr in der Mitte der Bauchhöle. Beim Menschensind sie ovale Körper von fast Faustgrölse, aufsen vondem Bauchfell umgeben, welches sich ziemlich leicht da-von ablösen läfst. Beim Durchschneiden sieht man, dafsihre Textur zwei Schichten von verschiedenem Ansehenbildet. Die äufsere Schiebt, die sogenannte Substantia cor-ticalis, hat das Ansehen, wie wenn sie aus zusammen-liegenden, radienförmigen, feinen Fasern gebildet wäre.Sie besteht in der Tliat aus unendlich feinen, hin und her-gehenden Röhrchen. Zunächst darunter liegt eine Schicht,die wie eine vollkommen gleichförmige Masse aussieht,aber aus microscopischen Röhrchen besteht, die strahlen-förmig zusammenlaufen, indem sie wenigere und gröfsereRöhren bilden und die daher Substantia tubularis genanntwird. Diese Schicht endigt sich mit warzenähnlichen Aus-