Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

2S6

Die Haut.

genannt werden. Diefs hängt jedoch viel davon ab; da Tssich der Europäer vor dem unmittelbaren Einflüsse desSonnenlichtes durch Bedeckung schützt; denn auch seinedem Sonnenlichte ausgesetzten Körperlheile werden vonder Sonne braun gebrannt. Man hat noch nicht versucht,die färbende Materie zu isoliren, und ihre chemischen Ei-genschaften sind noch gänzlich unbekannt. Beddoesundnachher Fourcroy fanden, dafs die lebende Negerhaut,eine Zeit lang der Einwirkung des Chlorwassers ausgesetzt,gebleicht und gelblich werde, so lange sie vom Chlorwas-ser berührt ist, dafs sie aber nach wenigen Tagen wiedereben so schwarz wie zuvor werde. Eben so wird dievon der Sonne verbrannte Haut des Europäers wieder hel-ler, wenn sie eine Zeit lang nicht den Sonnenstrahlen aus-gesetzt war. Die rothe Farbe der Wangen beim Euro-päer hängt indessen von keinem solchen Farbstoff, sondernvon dem Eindringen von gefärbtem Blut in die Capillar-gefäfse der Gesichtshaut ab, was durch zufällige Ursachen,wie Leidenschaften und Krankheiten, so bedeutend verän-dert werden kann, dafs alle Farbe aus dem Gesichte ver-schwindet und man erblafst. Manche Thiere haben eigeneFarbstoffe auf gewissen Theilen des Körpers, deren Sitzebenfalls zunächst unter der Oberhaut ist. So z. B. sindbei manchen Affen gewisse Stellen blofs und blau, dieSchnautze des Hundes ist schwarz, die Füfse der Taubensind theils roth, theils gelb; die Gänse und Enten haben,aufser rotben Füfsen, auch rothe Schnäbel, u. s. w. Göbelhat den Farbstoff der Taubenfüfse untersucht, der sichdurch Maceration der Füfse in Wasser und dadurch be-wirkte Ablösung der Oberhaut ablösen läfst. Nachdemletztere abgezogen ist, läfst sich der Farbstoff mit grofserLeichtigkeit abschaben. Er ist ein roihes Fett, welcheswie ranziges Fett riecht und schmeckt, Lackmus nicht-thet, in kochendheifsem Wasser zu rothen Tropfen schmilzt,sich in wasserfreiem Alkohol, Aether und flüchtigen Oelenauflöst, auch von Kalilauge aufgelöst, und daraus durchSäuren unverändert (?) gefällt wird. Von Schwefelsäureund Salpetersäure wird er zersetzt, Essigsäure ist ohne Wir-