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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
253
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Verdaunngsprozcfs und seine Producte, 253

Diese Analysen zeigen hinlänglich, wie variirend dasVerhältnifs ist. Vogel hat das aus den Gedärmen vonRindvieh gesammelte Gas untersucht und darin Kohlen-säuregas 0,27, Kohlenwasserstoffgas im Minimum 0,48 undatmosphärische Luft 0,25 gefunden. Nach Pflüger’s Un-tersuchung besteht das Gas aus den Gedärmen von Rind-vieh, weiches an Trommelsucht gestorben war, aus Koh-lensäuregas, in ungleichen Verhältnissen gemengt mit einerbrennbaren Gasart, die ihr halbes Volumen Sauerstoffgaszur Verbrennung erforderte, und dabei Kohlensäuregasgab, welches vollkommen von kaustischem Kali absorbirtwurde. Dieses relative Volumverhältnifs findet nur beiKohlenoxydgas statt; woraus also hervorgehen würde, dafsauch dieses Gas in gewissen Fällen im Darmkanal erzeugtwerde.

Diese Gase können vom Sphincter ani vollkommeneingeschlossen gehalten und ihr Entweichen verhindert wei-den. Ist dann ihre Menge nicht grofs, so verschwindensie allmählig, was wohl nicht auf andere Weise gesche-hen mag, als dafs das Gas von, der Darmflüssigkeit absor-birt wird, und mit dieser in die Saugadern oder Venenübergeht; denn es ist nicht denkbar, dafs es mit Beibehal-tung seiner Gasform von den Gefäfsen aufgesogen werde.

Der chemische Prozefs im Darmkanal kann nach un-gleichem Gesundheitszustände sehr veränderlich sein, unddiese Veränderungen machen eine Menge von Krankhei-ten aus, über welche die Thier-Chemie keine Aufklärungzu geben vermag.

Tiedemann und Gmelin haben Untersuchungenüber die Fälle angestellt, wo der Verdauungsprozefs ohneden Zutritt der Galle vor sich geht, so z. ß. nach Unter-bindung des Gallenganges. Sie fanden, dafs die Speiseneben so verdauet wurden, wie zuvor, und die Saugadernsich mit gewöhnlich beschaffenen Flüssigkeiten füllten ; al-lein der Chylus wurde nach einigen Tagen gelb von, ansder Leber aulgenommener Galle, und eben so auch dieübrigen Flüssigkeiten des Körpers. Die Excremente dage-gen waren weils oder hellgrau, trockner, thonartig undmeist von ekelhaftem Geruch ; die Flüssigkeiten aber, durch