Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

184

Galle.

dicke abdampfe, und die Masse dann in Wasser löse, wo-

durch eine der Galle ähnliche Flüssigkeit erhalten werde.

Nach Thenard enthalten

1000 Th. Ochsengalle:

Wasser.

875,6 und zuweilen mehr.

Gallenharz.

30,0

Pikromel.

75,4

Eigener gelber Stoff, Ursa-

che der Farbe der Galle,

geschätzt zu.

5,0

Natron.

5,0

Phosphorsaures Natron . .

2,5

Kochsalz.

4,0

Schwefelsaures Natron . .

1,0

Schwefelsaurer Kalk . . .

1,5

Spur von Eisenoxyd . .

1000 , 0 .

b) Leopold Gmeliji's Analyse. Es wäre nichtmöglich, von dieser vortrefflichen Arbeit eine richtige Vor-stellung zu geben, wollte ich mit der Darstellung des ana-lytischen Ganges derselben anfangen. Gmelin hat ausder Galle eine Menge, früher gänzlich unbekannt gewese-ner Stoffe erhalten und die Gegenwart anderer bekannter,darin früher noch nicht aufgefundener, nachgewiesen. Inder Ochsengalle fand er folgende: einen moschusartig rie-chenden Stoff, Gallenfett, Margarinsäure, Oelsäure, Chol-säure (eine neue Säure), Gallenharz, einen krystallisirtenStoff, den er anfangs Gallenasparagin und nachher Taurinnannte, Gallenzucker, Farbstoff, eine pflanzenleimartigeSubstanz, Käsestoff, Speichelstoff, Eiweifs, Gallenblasen-schleim, Fleischextract, eine extractartige, in Alkohol un-lösliche Substanz, zweifach kohlensaures, essigsaures, ölsau-res, margarinsaures, cholsaures, schwefelsaures und phos-phorsaures Natron und Kali, Kochsalz, phosphorsaurenKalk, etwas kohlensaures Ammoniak und Wasser. Zuerstwerde ich, nebst ihrer Beschreibung, die Darstellungsweiseeiner jeden dieser Substanzen aus der Galle anführen.

1 ) ]Jen moschusartig riechendcti Stoff erhält mandurch Abdampfung der Galle in einer Retorte, wo er mit