Analyse der Menschenleber. 169
abgebrochenen Auswaschens mit kaltem Wasser zurückge-blieben.
Was kochendes Wasser nicht auflöste, wurde getrock-net und mit Alkohol ausgekocht, der dadurch gelb wurdeund beim Erkalten eine Menge Flocken absetzte, aus de-nen Aether ein Fett auszog, welches beim Verdunsten desAethers in sternförmigen Gruppen anschofs, und ein nichtverseiftes Stearin war; beim weiteren Verdunsten hinter-liefs der Aether noch Elain, durch Stearin etwas verun-reinigt.
Die Flocken, aus denen Aether das Stearin ausgezo-gen hatte, bestanden aus einem eignen harzartigen Stoffe,den sie Leberharz nannten. Bei -J- 100° wird es nochnicht flüssig, aber weiter darüber schmilzt es unter Auf-blähen, entzündet sich, und verbrennt mit leuchtender,rufsender Flamme. Bei trockner Destillation gibt es Spu-ren von gebildetem Ammoniak, vielleicht nur durch fremdeEinmengung. In kochendem Alkohol ist es löslich, aberweder in kaltem, noch in Aether. Von kaustischem Kaliwird es aufgelöst, und daraus durch Säuren in Gestalt vonweifsen Flocken wieder gefällt, die sich nachher nach demAuswaschen sowohl in warmem Alkohol als Aether auflö-sen, welche Auflösung nicht auf freie Säure reagirt.
Die Alkoholauflösung, aus der sich die eben erwähntenFlocken abgesetzt hatten, röthete Lackmuspapier und er-hielt verseiftes Fett oder fette Säuren, welche sich beimAbdampfen in braungelben Oeltropfen abschieden, undsich in Oelsäure und Margarinsäure trennen liefsen.
Nachdem der Alkohol diese fetten Säuren abgesetzthatte, hinterliefs er, nach dem völligen Eindampfen, nocheine Portion Fleischextract. — Was endlich der Alkoholnicht auflöste, nahmen sie für Parenchym der Leber, des-sen Verhalten zu sauren und alkalischen Lösungsmittelnnicht weiter untersucht wurde.
Das summarische Resultat der Analyse von Fromm-herz und Gugert war, dafs 100 Th. Lebermasse enthal-ten: 61,79 Tb. Wasser und 3S,2i Th. fester Stoffe, dafsvon 100 Th. dieser letzteren 71,28 Th. theils in Wasser,