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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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134 Seröse Häute und ihre Flüssigkeit.

ließen. Diese Angabe ist jedoch wahrscheinlich nichts we-niger als zuverläfsig, und kann ihren Grund darin haben,da fs das die seröse Haut mit der Muskelhaut verbindendeZellgewebe vom Kochen zu Leim erweicht worden ist,ohne dafs man darauf aufmerksam gewesen wäre, ob sichder ungelöste Theil durch ferneres Kochen wirklich auflö-ste oder nicht. Wir finden wenigstens nicht, dafs z. B. beider Bereitung der Würste, bei denen die seröse Haut dieAufsenseite bildet, bei dem längeren Kochen, dem hier-bei die Würste ausgesetzt werden, die Wurstschaalen er-weicht oder aufgelöst werden. Uebrigens glaube ich kaum,dafs in der besonderen Absicht, das Verhalten der feuch-ten Haut zu erforschen, ein chemischer Versuch angestelltworden ist.

b) Flüssigkeit der serösen Häute. Hierübersind schon viele analytische Versuche angestellt worden.Aeltere Physiologen nahmen an, diese Flüssigkeit befindesich im lebenden Zustande nicht in liquider Form, son-dern erfülle den Zwischenraum in Gestalt eines Dunstesoder Dampfes; eine gegen chemische und physische Ge-setze streitende Vorstellung, die nur darin ihren Grundhaben konnte, dafs der Begriff von der Tension der Flüs-sigkeiten zu jener Zeit noch unentwickelt war. Im ge-sunden Zustande ist die Menge dieser Flüssigkeit so unbe-deutend, dafs sie sich nach dem Tode selten in einer zurUntersuchung hinreichenden Menge vorfmdet. Zuweilenaber geschieht es, dafs sich durch krankhafte Zufälle dieoffenen Enden der Saugadern verschliefsen, wobei die Ab-sonderung der Flüssigkeit aus dem Blute fortdauert, aberihre Wegschaffung durch Absorption entweder ganz auf-hört, oder sich so vermindert, dafs sich die Flüssigkeitin Menge ansammelt und eine sogenannte Wassersuchtentsteht. In diesem Zustande ist diese Flüssigkeit oft auf-gesammelt und untersucht worden. Dabei läfst sich zwarder Einwurf machen, dafs sie bei krankem Zustand viel-leicht anders zusammengesetzt, sei als bei gesundem; alleindieser Einwurf scheint doch von keinem Gewicht zu sein,denn da man die Ursache dieser Krankheit wohl eigent-