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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Die Lungen und das Allnnen.

halle, welche die Dampfkessel inwendig verkitten, wobeider Kitt, einige Zeit nach seiner Auftragung, in einem Au-genblick Schwefelwasserstoffgas entwickelt und erhärtet.Wenn diefs eintritt, ehe der Arbeiter heraus ist, so läufter Gefahr, wenn er auch lebend heraus kommt, von einergefährlichen Brustentzündung befallen zu werden. NachThenard stirbt ein Vogel, z. ß. ein Finke, sogleich ineiner Luft, die nur TT ' 55 ihres Volumens Schwefelwasser-stoff enthält, und es ist nur vom Volumen der LuftSchwefelwasserstoff nölbig, um einen Hund, und -jjg, umein Pferd zu tödten. — Bei chemischen Versuchen entwic-kelt sich dieses Gas oft in groiser Menge in den Labora-torien, und die Luft wird durch seinen Geruch oft höchstbeschwerlich, indessen habe ich doch nie einen Nachlheilfür die Gesundheit dadurch empfunden *).

g) Die meisten übrigen Gase, Chlor, Stickstoff-oxyd **), die sauren Gase von Schwefel, Chlor und Fluor,Ammoniakgas u. a., werden, in geringerer Menge einge-athmet, durch den dadurch erregten Reiz zum Husten be-schwerlich, sind aber in gröfserer Menge unbedingt tödt-licli. Fische sterben in Wasser, welches damit imprägnirtist, nachdem sie vorher die Kiemen geschlossen haben.

*) Wer sich vor dem Einaihmen dieses Gases zu fürchten hat,tbnt am besten, den Apparat so einzurichren, dafs er den äus-stromenden Ueberschufs des Gases anzünden und verbrennenkann, was ganz gut auch so geht, wenn man dasselbe in dencylindrischen Kanal einer Argand'sehen Spirituslampe leitet.Dieses Gas bewirkt, nach H. Davy's Versuchen, ebenfalls eineZusammenziehung im Schlunde, und er konnte, nachdem dieLuft in den Lungen mit Siickstoftoxydnlgas ausgetrieben war,

jenes Gas nicht einaihmen, weil die Stimmritze krampfhaft zu-sammengezogen wurde; und als er nachher Luft einatlimete,wurde die innere Haut des Mundes und der Nase von salpe-trichter Saure so angegriffen, dafs er wohl die Unmöglichkeit,diese Versuche zu wiederholen, einsah. [Die Wissenschaft hatihm das Hauptsächlichste von dem, was wir über den Ein-flufs schädlicher Gase auf das Athmen wissen, zu danken, alleiner war dabei mehr als einmal nabe daran, ein Opfer seinerWifsbegierde zu werden^. — Priestley sättigte luftfreiesWasser mit Stickstoifoxydgas und setzte Fische hinein, dieIO—i5 Minuten darin lebten; kam aber die geringste Mengeatmosphärischer Luft hinzu, so starben sie sogleich unterkrampfhaften Ecweguiigen.