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Die Lungen und das Athmen.
lieh ihres inneren Vorganges nicht vollkommen gekannt,ist es doch hinsichtlich mehrerer einzelner Punkte und bie-tet eine Menge in chemischer Beziehung interessanter That-sachen dar. Die Lungen, die Werkstätte dieses chemi-schen Prozesses, bestehen aus einer Menge feiner Luftzellen,die alle mit einander in Gemeinschaft stehen, so dafs diein ihnen eingeschlossene Luft nach und nach wieder umge-wechselt werden kann. Eine weite, nicht zusammendrück-bare Röhre, die Luftröhre fsb teria aspera), aus starkenknorpelartigen Ringen zusammengesetzt, die durch ein dich-teres Zellgewebe mit einander verbunden und damit um-geben sind, steht durch die Nasen- und Mund-Oeffnungmit der äufseren Luft in Gemeinschaft. Diese Röhre theiltsich, ungefähr auf ähnliche Weise wie die Blutgefäfse, inimmer kleinere und kleinere Zweige, die sich in den Luft-zellen endigen.
Die Lunge besteht folglich 1) aus einer Menge, bisfast in’s Unendliche in ihrer Masse verzweigter Blutgefäfse,und 2) aus einer Menge mehr und weniger feiner Luft-röhrchen, die aber bei weitem nicht so sehr verzweigtsind. Die Masse, in der sich die Blutgefäfse verbreitenund welche die Wand der Luftzellen bildet, ist ein eigenestinerisches Gewebe, dessen Material von dem anderer thie-rischer Gewebe bestimmt verschieden ist; allein so vielmir bekannt ist, sind noch keine chemische Versuche überdas Verhalten des Parenchyms *) der Lunge zu chemi-schen Reagentien angestellt worden. Wir sind also mitseinen chemischen Eigenschaften noch unbekannt.
Die Lungen nehmen den gröfsten Theil der Brusthöhleein und lassen nur nach unten und links einen Platz fürdas Herz. Von der Bauchhöhle ist die Brusthöhle durcheine muskulöse Haut, das Zwerchfell (Diaphragma), ge-schieden, welches im Zustande der Ruhe ein mit seinerconvexen Seite nach oben gewandtes Gewölbe bildet. Dieübrige Umgebung der Brusthöhle besteht aus dem Riick-
) Dieses Wort bedeutet bei den Physiologen und Anatomen daseigenthümliche Gewebe, woraus ein gewisses Organ bestellt.