Blut in Krankheiten.
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einer unrichtigen Beschaffenheit des Blutes gesucht, wel-ches man daher nach dieser Ansicht so oft auszuleerenund sich erneuen zu lassen für gut hielt; wenn es sichaber auf der einen Seite gewifs nicht leugnen läfst, dafssich mit der Krankheit auch die Natur des Blutes verän-dern könne, so sind wir doch noch weit davon entfernt,durch chemische Untersuchung zwischen gesundem undkrankhaftem Blut andere Unterschiede aufztifmden, als wiesie so oft bei voller Gesundheit statt finden und dann nurvon verschieden starker Ausleerung und ungleicher Mengegenossener Nahrung oder Getränkes abhängen. Dejeuxund Parinentier, die sich bei ihrer analytischen Unter-suchung über das Blut die Aufsuchung solcher Unterschiedevorgesetzt hatten, gelangten zu dein Resultat, dal's, im All-gemeinen genommen, die chemische Analyse keine bemer-kenswerthen Verschiedenheiten in Krankheiten entdecke.
Jedoch existiren specielle Verschiedenheiten. Ein längstbekannter und von dem Arzte als Leitfaden so oft benutz-ter UtnsLand ist die Beschaffenheit des Blutes bei entzünd-lichen Fiebern und im Allgemeinen beim Beginne der Fie-ber. Das Blut gerinnt nämlich dann auf die Weise, dafses sich mit einer grauen, zähen, stark zusammenhängen-den Haut, der Crusta infiaimnatoria, bedeckt, indem sichder Faserstoff auf der Oberfläche hautartig vereinigt, unddas mit dem Farbstoff gemengte Blutwasser darunter flüs-sig bleibt. Es ist noch ganz unbekannt, weiche Modili-cation dabei der Faserstoff erleidet.
Zuweilen findet man nach dem Tode in den Herz-kammern eine Masse von abgesetztem, farblosem Faserstoff,die sich bis in die gröfseren Venenstämme fortsetzt undsich darin in einer unendlichen Menge feiner Fasern, wieW urzelfäserchen, in einer dem Blutlaufe entgegengesetztenRichtung, endigt, welches letztere deutlich zeigt, dafs dieseMassen, die man Herzpolypen zu nennen pflegt, sicherst nach dem Tode bilden konnten. Man kennt nicht dieverschiedene Beschaffenheit des Blutes, bei der sie gebil-det und nicht gebildet werden.