58 Untersuchung des Blutkuchens.
mutheten, es befinde sich in dem Blute, vermöge seinesfreien Alkali’s, Eisenoxyd ungefähr auf eine ähnliche Weise,wie in der sogenannten Stahl’schen alkalischen Eisen-tinctur, aufgelöst. Fourcroy suchte noch weiter zu ge-hen, und erklärte, die Farbe des Blutes rühre von basischphosphorsaurem Eisenoxyd her, welches in Eiweifs lös-lich sei, so dafs sich auch auf diese Weise der Farbstoffkünstlich nachmachen liefse. Der dem Blute ähnliche Chy-lus, der aber weifse Kügelchen enthält, und der sich inder Luft röthet, sollte nach dieser Theorie neutrales phos-phorsaures Eisenoxydul enthalten, welches bei seiner Ver-mischung mit dem alkalischen Blute vom Alkali zersetzt,dabei basisch und in den Lungen oxydirt werde und nundas Blut färbe. Bei einigen Versuchen, die ich zur Prü-fung der Richtigkeit dieser Angabe anstellte, fand ich siegänzlich ungegründet, und das basische phosphorsaure Ei-senoxyd im Blutwasser oder Eiweifs, mit oder ohne Zu-satz von Alkali, vollkommen unauflöslich. Aber ich fandferner, dafs keines unserer gewöhnlichen und für die Ei-senoxyde empfindlichsten Reagentien, wie Blutlaugensalz,Galläpfelsäure, Gerbstoff, mit dem Farbstoff die geringsteReaction, die einem Eisengehalt darin zugeschrieben wer-den konnte, hervorbrachte. Die einzige Reaction auf Ei-sen war, dafs Schwefelkalium die Farbe des Farbstoffsallmählig in eine grüne umänderte, die dem in Auflösun-gen fein vertheilten Schwefeleisen eigenthümlich ist, dieaber auch, wie man schon pben gesehen hat, von über-schüssigem Alkali entstehen kann. Diese Schwierigkeitsuchte nun W. J. Brande durch die Erklärung kurz zulösen, dafs der Farbstoff des Blutes, in Folge eigener, ineiner ausführlichen Abhandlung darüber angegebenen Ver-suche, gar nicht wesentlich Eisen enthalte, dafs der Ei-sengehalt in seiner Asche nur eine geringe Spur und nichtgröfser als in der Asche anderer thierischer Stoffe sei,welche Behauptung jedoch die meisten Chemiker, die sichmit Thierchemie beschäftigten, gleich von Anfang für dashielten, was sie war, nämlich für einen Irrlhum.
Besonders interessante Versuche, welche das Geheim-