224
Hclomrr. Ich laste meine Tochter rufen, und ich verlangesie gleich auf der Stelle.
Hörfmann. Sehr wohl! (Geht ab.)
Graf. Lieber Baron, ich bin ein aufrichtiger Freund undNachbar. Folgen Sie mir, spielen Sie mir die Urkunde von denlieben Kindern in die Hände, und zahlen Sie mir, je eher, jelieber die noch versprochenen zehntausend Thaler ans. Sonst stehtIhnen etwas — wie soll ich mich expliciren — Schmacharti-ges bevor.
Lrlo mcr. Wenn Sie mich böse machen, Herr Graf, so hebeich alles auf. Ich erlasse Ihnen Ihr Wort, und Sie zahlen mirdie zwanzigtausend Thaler zurück, die ich nach Ihrem eigenen Ge-ständnisse über den Werth des Gutes bezahlt habe.
Graf. O, der Handel ist einmal geschlossen; das Gestank nißwar bloß mündlich, ich erinnere mich seiner nicht einmal mehr,und erwarte sehr ruhig, ob Sie, aus dem nie genug zu bestim-menden Werth des Gutes, die zu hoch angeschlagene Kaufsmumeso gerichtlich darthun können, daß ich in deren Ersatz verurtheiltwerde. Gegen die projectirte Familienverbindnng sichert mich Ihr,nie erweislich zu machender, mir vorgcspiegelter Adel.
Velomer. Herr Graf, wie muß ich Sie kennen lernen?
Gras. Als einen vorsichtigen Eavalier! Und was ich Ihnenzuletzt aus wahrer Freundschaft noch sage — ist das — seyn Siegleichfalls vorsichtig! (Geht ab.)
Drlomcr. (schlägt die Hände zusammen). Es ist schändlich! —Aber in diesem Augenblick ist die Mißhandlung mir willkommen.
— Einen so ungeheuren Verlust können weder Vater noch Sohnmir zumuthen. Sie werden zürnen; aber sie werden sich fügen.
— Jetzt Muth im Sturme, so landen wir bald im Hafen.