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für ein Leben führen können! Und so nichts von ihm zuwissen!
Morfcld. Gar nichts?
Präsident (schlägt die Hände zusammen). Gar nichts! Nachder unseligen Heiratb nahm er sein Vermögen in Wechseln mit —Ich komme niemals wieder — schrieb er von Solothurn aus, woer todkrank geworden war — lebe wohl! Dein Andenken begleitetmich in die Ewigkeit — da führe uns Gott zusammen. Das istzwanzig Jahre — ach Gott weiß, wo er zuletzt an mich dachte I(Er trocknet seine Angen ) Adieu, Herr Morfeld, Adieu!
Morfcld. Seltne Bruderliebe.
Präsident. Ein Steinchen habe ich zu seinem Gedächtnißgesetzt im Garten — das besuche ich — ich denke an ihn — heim-lich; denn heutiges Tages — was gilt ein todter Bruder? —Adieu, mein Herr, Gott sey mit Ihnen.
Morfeld. Herr Präsident — wenn er nun nicht todt wäre?
Präsident (springt auf, sieht ihn eine Weile starr an). WissenSie, daß er lebt? — Wo lebt er? Er lebt? Er lebt? — undSie wissen es, Sie müssen es wissen, sonst ist die Fragemenschenfeindlich und abscheulich — mörderisch ist sie!
Morfcld. Ja! — Er lebt!
Präsident. Lebt? lebt? — Gelobt sey Gott! Lebt? —Er segne Ihren Eingang. Was wollen Sie haben? — Wo lebter? — wo? Wollen Sie ein Kapital? — Wollen Sie Geldoder Geldes Werth? Nehmen Sie indeß den Handschlag einesalten ehrlichen Mannes! Wo lebt er? — wo? Ich kann dochHinreisen? O ja, das kann ich. Ich werde nicht seekrank, ichhalte es aus, meine Natur ist stark.
Morfcld. Er kommt zu Ihnen.
Präsident. Kommt — kommt! Wer sind Sie, daß Siees wissen?