59
für Ihre Tochter. Fassen Sie Muth und retten Sie IhreTochter.
LKt hin. Was wollen Sie aus mir machen?
Morscld. Bei der Unglücksstunde, in der Ihr Herz verkauftwurde, bei den Thränen, die Ihnen das so viele Jahre gekostethat, fordre ich Sie auf — den Verkauf Ihrer Tochter geben Sienicht zu — geben Sie ihn nicht zu!
L Kt hin. Was ist in meiner Macht? — Bitten — undWeinen.
Morscld. Fordern.
L 8 thin. Wer hört auf mich?
Morscld. Wenn eine Mutter bei Glück und Unglück ihresKindes die Stimme geltend machen will, worauf die Natur selbstihr ein heiliges Recht gegeben hat — wo ist der Mensch, der seinHerz dagegen verschließen könnte? Und wenn man es doch wollte— ich verspreche Ihnen Beistand.
UKt hin. Das Versprechen würden Sie halten, ich glaube csIhnen. Wenn es aber so weit kommen sollte, daß ich zu IhrerGroßinnth meine Zuflucht nehmen müßte — -— was würde dieWelt von mir denken? Nein, mein Herr — Sie dürfen nichtsfür mich thun.
Morfrld (mit Begeisterung). Ich darf. Vor aller Welt willich eine Beglaubigungs-Urkunde darlegen, — die alle gute Menschengelten lassen werden.
KKthin. Vor aller Welt — und nur vor mir nicht?
Morscld. Ist denn mein guter Wille nur deßhalb vongeringerm Werthe, weil es der gute Wille eines Fremden ist? —Retten Sie Sophien.
LSI hin. Ich wills versuchen.
Morse Id. Dann bin ich zur guten Stunde ansgereiset. —Ans Wiedersehen!