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6 (1859) Das Erbtheil des Vaters Die Aussteuer
Entstehung
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Kälhin. Sehr gern. Es ist etwas in Ihrem Wesen, dasbesondere Erinnerungen in mir erweckt.

Morfcld. So frage ich, ob Sie denn wirklich die HeirathIhrer liebenswürdigen Tochter mit dem widerwärtigen Amtmannezngebeu?

Nälhin (verlegen). Es ist eine Versorgung für meineTochter.

Morfcld. Eine Versorgung? Bedarf Sophie nichts mehrals einer Versorgung? Macht eine Heirath nach Geld unsglücklich?

Lat hin. Fast niemals.

Morfcld. Ich lese auf Ihrem Gesichte die Züge von Güte,Mutterliebe und darf ich es sagen Bekanntschaft mit Leiden. Sie darf ich fragen: was soll aus dem armen guten Mannewerden, der Ihre Tochter so innig liebt?

Rät hin. Ach mein Herr! Das Mädchen, das entsagenmuß, das Mädchen, das gezwungen wird, ist weit unglücklicher.

Morfcld. Unglücklicher, als der Mann, dem sie geraubtwird?

Lat hin. Weit unglücklicher. Ihn zerstreuen Welt undGeschäfte.

Morfcld. Oder sein Kummer begleitet ihn in Welt undGeschäfts.

üäthln. Er entbehrt aber er kann klagen, er darf wei-nen , wenn ihn das erleichtert. Er ist nicht gezwungen zu Pflichten,denen sein Gefühl widerspricht.

Morfcld. Zn solchen Pflichten kann sich auch das Weibnicht gezwungen glauben.

KLthin. O ja, mein Herr.