221
Valeutin. Wie geht's auf unsrem Gute, Herr Pachter?
Linde. Auf dem Gute ist alles frisch — aber — ich kanneben meinen Pacht dießmal nicht gut zusammen bringen.
Valentin. So? Ja — da wird es wohl heißen: — VomGute gezogen.
Linde. Sollte es nicht denken. Der Herr Hofrath ist dochso gut —
Valentin. Gut und gut und gar zu gut, daraus wächst derBettelstab.
Linde. Und wenn Er ein gutes Wort für mich einlegenkann —
Valentin. Nur davon geschwiegen.
Linde. Er ist doch auch ein Mensch —
Valentin. Der bezahlt, wenn er schuldig ist.
Linde. Ist es denn aber ein Wunder? Eine Haushaltungkostet viel. Drei Kinder, die wollen —
Valentin lhestig aufspringend). Das kommt vom Heirathen!
Linde. Ja freilich wohl.
Valentin. Es ist eine Schande und ein Spott, daß dieObrigkeit so alles heirathen läßt, was nichts hat.
Linde. Ich habe nichts, aber meine Heirath hat mich dar-um doch nicht gereuet.
Valentin. Weil sie mein Herr bezahlen soll? Nichts! DieWirthschaft taugt nichts. Da muß eine Aenderung folgen.
Linde. Sieht Er - wenn ich voin Gute muß — obwohles ein großes Unglück wäre, meine Heirath sollte mich doch darumnoch nicht gereuen.
Valentin. Da sehe Er zu.
Linde. Kann ich den Herrn Hofrath sprechen?
Valentin. Nein.
Kinde. Er ist aber zu Hause.