235
General. Gewonnen! Bravo, Herr von Posert! Ge-wonnen, lieber Kleiner! — Nun es gilt! Du sollst einmal setztDein Glück und Heil poussiren. (Er biegt ein Paroli in KarlsKarte.)
v. posert. Unit et ckame! (Er zahlt den Geheimenrathaus. der nicht wieder setzt.)
v. posert. 'l'rois et oept.
General. Verloren, armer Knabe!
Larl. Nimmst Du mir mein Geld wieder weg. Vater?
H r. I>. Walle »selb (stößt einen Ausruf des tiefsten ZainmerS aus).
General. Du hast nichts mehr? Armer Spieler! —Mache es wie Dein Vater. Hat er kein Geld mehr, so setzt ersich selbst, und Weib und Kind, Ehre und Leben. (Er hebt dasKind auf den Tisch.) Der Vater ist schon verloren, ich setze denSohn! Abgezogen! — Es gilt eine Seele — wer wird gewinnen?
H r. I>. Wal len selb (springt hin, reißt das Kind in seine Arme).Karl! Barmherzigkeit, Herr General! — Das geht Uber Menschen-kräfte; — ich halte es nicht ans.
v. posert (steht auf).
General (tritt vom Tische weg, der Gebeimerath und Feruau auch).Weib — Mutter - Vater — die Rinde um sein Herz ist gesprengt— tretet zu ihm. Las; sehen, was er tbun will, Euch wieder zugewinnen und sich selbst.
lj r. v. Wallcnsctd (setzt das Kind nieder). Wo soll ich hin?Wer rettet mich vor mir selbst? vor dem Gefühl, das mich zer-malmt! diesem gräßlichen Gefühl!
Fr. v. Wallen selb (geht zu ihm). Dieß Gefühl ist dieTugend, die niemals ganz von Dir gewichen war. In dieserAngst, in diesen Thränen behauptet sie ihre Gewalt. Diese Zer-nichtnng Deines ganzen Wesens ist Dein Fürsprecher bei mir, bei